VW Nils: Spar-Modell für Alleinfahrer

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Im Volkswagen-Konzern steht der Kabinenroller hoch im Kurs. Neben Audi zeigt auch die Marke VW auf der IAA mit der Studie Nils ein solches Konzept.

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„Minimalmobilität“ – treffender als mit VWs eigenem Begriff lässt sich die IAA-Studie Nils nicht beschreiben. Der knapp drei Meter lange Kabinenroller mit vier freistehenden Rädern bietet Platz für einen Insassen, einen Kasten Wasser und eine kleine Einkaufstasche. Dafür soll er extrem sauber und effizient durch die Metropolen der Zukunft rollen.

Das Konzeptfahrzeug mit dem harmlos-freundlichen Namen misst gerade einmal 3,04 Meter von Stoßstange zu Stoßstange und 1,39 Meter von Radnabe zu Radnabe. Damit ist er kaum länger, aber deutlich schmaler als ein Smart Fortwo. Dank Alu-Karosserie liegt das Leergewicht bei nur 460 Kilogramm.

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Der Fahrer gelangt durch eine nach oben aufschwingende Flügeltür in den Innenraum und nimmt vor digitalen Instrumenten Platz. In seinem Rücken arbeitet ein nur 19 Kilogramm schwerer Elektromotor, der mit permanent 15 kW/20 PS und kurzzeitig 25 kW/34 PS die Hinterachse antreibt. Das Mini-Triebwerk reicht in dem Leichtgewicht für eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h und eine Spurtzeit auf 100 km/h von 11 Sekunden. Die Energieversorgung übernimmt ein Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 5,3 kWh; das soll für 65 Kilometer Fahrt reichen.

VW hält das minimalistische Konzept für zukunftsträchtig. Laut einer angeführten Statistik fahren drei Viertel aller Berufspendler lediglich 25 Kilometer zur Arbeit – der Nils schafft Hin- und Rückweg also locker. Zudem sitzen 90 Prozent von ihnen immer allein im Wagen.

Neue Assistenzsysteme

Eventuellen Sicherheitsbedenken begegnet VW mit neuen Assistenzsystemen. Ein Notbremssystem für den Stadtverkehr registriert drohende Kollisionen per Laser und bremst den Einsitzer automatisch ab. Verknüpft damit ist ein Abstandshalte-Tempomat, der vor allem im städtischen Stop-and-Go-Verkehr den Fahrer entlasten soll. Kommt es trotzdem zu einem Crash, soll eine Sicherheits-Fahrgastzelle Verletzungen verhindern.

Ob der Kabinenroller nach der Premiere auf der IAA (15. bis 25. September) je auf die Straße rollt, ist ungewiss. Im VW-Konzern räumt man der Minimalmobilität aber offenbar große Zukunftschancen ein. Schwestermarke Audi präsentiert auf der IAA den – vergleichsweise großen – Zweisitzer Urban Concept in ähnlicher Machart. Zudem soll die ebenfalls vergleichbare und bereits Anfang des Jahres gezeigte Öko-Auto-Studie VW XL1 2012 wohl zumindest in Kleinserie gehen.

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