News-Highlights 2023 Was bleibt von einstigen Aufregern

Von Andreas Grimm 4 min Lesedauer

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Können Sie sich noch an 2023 erinnern? Denn tatsächlich ist ein Zwölftel des Jahres 2024 schon wieder um. Doch vieles, was die Kfz-Branche bewegt hat, wirkt nach und wird im laufenden Jahr noch für Schlagzeilen sorgen. Eine kleine Rückblende.

Das Jahr 2023 liegt gefühlt schon eine Ewigkeit zurück, die Erinnerungen beginnen zu verschwimmen. Dabei gab es einige Aufreger, die noch nachwirken.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Das Jahr 2023 liegt gefühlt schon eine Ewigkeit zurück, die Erinnerungen beginnen zu verschwimmen. Dabei gab es einige Aufreger, die noch nachwirken.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Nachrichten und Schlagzeilen haben im Zeitalter der Vernetzungen und Digitalisierung ihren Reiz nicht verloren. Neuigkeiten, die echten „News“ mit Überraschungsmoment, haben immer noch das Zeug zum Aufreger und werden online geklickt, aufgerufen, gelesen. Und irgendetwas passiert immer, mit dem Ergebnis, dass sich die Kfz-Branche nur selten den Folgen entziehen kann.

Einer dieser Überraschungsmomente war sicherlich die Kündigung einer erheblichen Zahl an Skoda-Händlern. Passiert ist das ausgerechnet den Partnern eines Fabrikats, das ungeachtet vieler Widrigkeiten der vergangenen Jahre seinen Aufwärtskurs fortsetzt, das Marktanteile gewinnt und ein loyales Händlernetz hat mit langjährigen Vertriebspartnern; zum Teil mit Partnern der ersten Stunde. Trotzdem, der Strukturwandel im Automobilhandel hat nun auch Skoda erreicht. Nur ein paar Wochen vorher hatten sich Händlerverband und Importeur auf den Einstieg in die Agentur geeinigt.

Mindestens ebenso überraschend war wohl eine weitere Kündigung – nämlich die der Verträge der MG-Partner zum 1. Juni 2024. Das Vertriebsnetz der Chinesen ist ja noch nicht so alt, allerdings lässt sich der Erfolg der Marke wohl mit der ursprünglichen Konzeption nicht vereinbaren. Jedenfalls heißt es beim Importeur, man wolle „Anpassungen einfließen lassen und damit die Realität des Tagesgeschäfts besser abbilden“. Inzwischen plant MG auch mit 200 statt bislang mit 150 Vertriebspartnern.

Gestartet ist der Kündigungsreigen des Jahres 2023 übrigens schon früher: Ende März hatte Toyota den Händlern ein Kuckucksei ins Osternest gelegt und sowohl die Vertriebs- als auch die Serviceverträge mit einer ordentlichen zweijährigen Frist zum 31. März 2025 gekündigt. Auch bei den Japanern war es noch gar nicht so lange her, dass ein neues Vertragswerk in Kraft getreten war. Nämlich zum 1. Oktober 2020. Laufzeiten scheinen in der modernen Vertriebswelt einfach kürzer zu werden, Toyota sprach dann auch von „turnusgemäßen Kündigungen im Sinne einer europäischen Vertragsharmonisierung“.

Zu dieser Tristesse passt der übrigens meistgeklickte Artikel des vergangenen Jahres, der Beitrag über „Das schaurige Saab-Autohaus“. Zurecht fühlt man sich bei dem Titel ein wenig an Zombiefilme erinnert, schließlich ist die Marke Saab schon lange untergegangen. Der Kfz-Betrieb, um den es in dem Artikel geht, ist ein Untoter: Der Geschäftsbetrieb ist lange eingestellt, trotzdem stehen Saab-Fahrzeuge im Schauraum, also würde es nach einer Grundreinigung bald weitergehen.

Noch viel weiter zurück in die Vergangenheit führt das Verwirrspiel um die Echtheit oder Fälschung von Mercedes-Oldtimern aus dem Umfeld des renommierten Restaurators Kienle. Zunächst war aufgefallen, dass zwei alte Mercedes 300 SL Roadster die gleiche Fahrgestellnummer hatten. Aus der Verwunderung wurde der Verdacht des betrügerischen Handels mit exklusiven Oldtimern, schließlich kam die Fortsetzung mit einem weiteren Verhandlungsfall. Die konkreten Ermittlungen laufen noch, der Oldtimer-Spezialist Kienle hat inzwischen Insolvenz angemeldet.

Legal oder legitim, erlaubt oder verboten – die Kfz-Branche hat viele Rechtsvorgaben zu beachten und nicht immer sind die Antworten eindeutig oder einfach zu finden. Mit einem Bericht über die Möglichkeit, die oft als nervig empfundenen Start-Stopp-Systeme dauerhaft zu deaktivieren, hat »kfz-betrieb« diese Stimmung aufgenommen. Und prompt ist die Antwort nicht ganz einfach. Aber allgemein lässt sich ableiten: Nur weil es keine Vorschrift gibt, ist eine Abschaltung von Start-Stopp nicht gleich legal. Denn die Funktion berührt die Emissionen – und damit ist man schnell im Bereich der Typgenehmigung.

Auch der zweite technische Aufreger führt in die Werkstatt: das Recht auf Reparatur. Dahinter steckt das Ziel, Gebrauchsgüter grundsätzlich reparierbarer herzustellen. Die Bundesregierung hat diesen Anspruch im Koalitionsvertrag stehen und auch die EU verfolgt eine Right-to-Repair-Initiative. Nur was würde diese Regelung für die Kfz-Branche bedeuten, die doch Fahrzeuge sowieso fortlaufend repariert, bis es wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist?

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Am Ende geht es doch immer um das liebe Geld. Zumindest wenn es um Lohn und Gehalt geht. Zwar wird viel geschrieben über Work-Life-Balance und andere Wohlfühl-Faktoren. Doch am Ende kommt es auf die Bezahlung an – insbesondere im Wettbewerb um qualifizierte Kräfte. Was einen Arbeitsplatzwechsel auslöst und welche Gehälter je nach Region und Betriebsgröße drin sind, zeigt der Gehaltsreport 2023. Wo für den gleichen Job am meisten und am wenigsten in Deutschland gezahlt wird, geht daraus hervor.

Und gleich noch ein Bericht auf kfz-betrieb.de rund ums Geld hat die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt: die Frage der Stundenverrechnungssätze. Sie sind wahrscheinlich die wichtigste kalkulatorische Grundlage in jedem Kfz-Betrieb und müssen angesichts der allgemeinen Teuerung auch regelmäßig angepasst werden. Aber erstaunlicherweise werden bei den Anpassungen längst nicht alle Kostentreiber mit einbezogen. Und ebenfalls überraschend: Viele Betriebe überprüfen ihre Stundensätze nicht einmal jährlich, sondern viel seltener.

Um über Neuigkeiten, Aufreger und Entwicklungen zu berichten, ist »kfz-betrieb« auf Einnahmen angewiesen – über Werbung oder aber über Leser, die für Inhalte bezahlen. Die Bereitschaft dazu steigt, wie die Zugriffszahlen auf die bezahlpflichtigen Artikel zeigen. Daneben veröffentlicht die Redaktion immer wieder Beiträge von allgemeinem Interesse, die frei zugänglich sind. Einer dieser Artikel kam zum Jahresschluss – und leitete über ins neue Jahr. Im folgenden Beitrag finden Sie eine Übersicht über die vielen Modellneuheiten, die es in diesem Jahr zu managen gilt. Viele E-Modelle sind dabei, aber auch konventionelle Pkw und natürlich die Autos neuer Marken.

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