Was der Brexit für die Autobauer bedeutet

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Wehner

Kommt er oder kommt er nicht? Das britische Parlament hat sich noch nicht auf eine Brexit-Strategie einigen können. Auswirkungen sind dennoch bereits zu spüren – auch in der Automobilindustrie. Doch nicht für alle wäre ein Brexit schlecht. Es dürfte auch Gewinner geben.

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Mini produziert jährlich 230.000 Autos in Großbritannien.
Mini produziert jährlich 230.000 Autos in Großbritannien.
(Bild: Mini)

Das britische Parlament hat sich bislang nicht auf eine Brexit-Strategie einigen können. Noch weiß niemand, wann, wie und ob die Briten jetzt tatsächlich aus der Europäischen Union austreten. Auswirkungen sind dennoch bereits zu spüren – und Experten erwarten noch weit gravierendere Effekte auch für die deutschen Autobauer, sollte es zu einem ungeordneten EU-Austritt kommen. Rund 20 Prozent der deutschen Autoexporte gehen nach Großbritannien. Bei einem harten Brexit, also einem Austritt aus der EU ohne Abkommen, wären der Unternehmensberatung Deloitte zufolge etwa 18.000 Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie gefährdet. „Das ist nicht etwas, das positiv ausgeht“, sagt Branchenexperte Stefan Bratzel von der Fachhochschule Bergisch Gladbach.

Wie wichtig ist Großbritannien für die deutschen Autobauer?

Fast jeder dritte Neuwagen auf der Insel kommt aus Deutschland. Allein BMW, Mercedes und Audi haben dort im vergangenen Jahr 550.000 Autos verkauft. Eine starke Firmenwagenkultur und niedrige Steuern machten die Briten sehr empfänglich für Premiumangebote, erklärt Arthur Kipferler von der Unternehmensberatung Berrylls.

Sind Zollschranken die entscheidende Belastung?

Ja, auch. Bei einem harten Brexit kassieren Großbritannien und die EU für Autos 10 Prozent, für Teile 4,5 Prozent Zoll. Mitunter fallen Zölle mehrfach an. Beispiel: Ford fertigt in England Dieselmotoren, baut sie in Köln und Saarlouis in Focus- und Fiesta-Autos ein und schickt einen Großteil der Fahrzeuge wieder über den Ärmelkanal: „Großbritannien ist unser stärkster Markt in Europa. Jeder dritte Fiesta geht nach Großbritannien“, sagt ein Unternehmenssprecher. „Wir müssen zwei Mal Zoll zahlen“.

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