Was der Brexit für die Autobauer bedeutet

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Welche Belastungen gibt es außerdem?

Die Autoindustrie in der EU importiert für 3,7 Milliarden Euro jährlich Teile von Zulieferern in Großbritannien, so der britische Branchenverband SMMT. Bald müssten am Ärmelkanal täglich 11.000 Lastwagen kontrolliert werden. Der Toyota-Europachef und SMMT-Vizepräsident Tony Walker beklagte, das Chaos an der Grenze unterbreche die Just-in-time-Lieferungen. Die Kosten steigen, es gibt neue Vorschriften und Standards, Steuern und Lieferketten müssen neu kalkuliert werden. Facharbeiter aus der EU bangen um ihre Arbeitserlaubnis. Und das Pfund hat seit dem Brexit-Votum 2016 fast 10 Prozent an Wert eingebüßt.

Was heißt das für die Autobauer?

„Das wird Absatzzahlen und Marge kosten“, sagt Bratzel. Deloitte-Chefökonom Alexander Börsch sagt: „Für Autos aus Deutschland müssten die Briten im Durchschnitt 5.600 Euro mehr zahlen, weil die deutschen Autobauer mehr teure Autos auf die Insel exportieren. Allerdings sind die Käufer dieser Premium-Autos weniger preisempfindlich.“ Auch VW-Manager Ralf Brandstätter hat schon angekündigt: „Wir müssen dann über höhere Preise sprechen.“ Sonst bringt nach Berechnung der Unternehmensberatung Berylls ein nach England exportierter VW Golf gut 5.000 Euro Verlust statt heute rund 1.500 Euro Betriebsgewinn. Ein in England gebauter und in die EU exportierter Nissan Quashqai bliebe dagegen weiter in der Gewinnzone.

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