Wechselkennzeichen: Minister sieht Hürden

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Beim Branchentreffen am Lausitzring hat sich Verkehrsminister Jörg Vogelsänger skeptisch hinsichtlich einer schnellen Einführung des Wechselkennzeichens geäußert.

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Der Verkehrsminister von Brandenburg, Jörg Vogelsänger, sieht noch viele Hürden, die einer schnellen Einführung des Wechselkennzeichens im Wege stehen.
Der Verkehrsminister von Brandenburg, Jörg Vogelsänger, sieht noch viele Hürden, die einer schnellen Einführung des Wechselkennzeichens im Wege stehen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Verkehrsminister Jörg Vogelsänger sieht noch viele Hürden, die einer schnellen Einführung des Wechselkennzeichens im Wege stehen. „Das Wechselkennzeichen ist ein vielschichtiges Thema“, sagte der brandenburgische Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft beim Branchentreff auf dem Lausitzring. Der Bundesverkehrsminister sei dafür, der Bundesfinanzminister zögere noch.

Vogelsänger scheint nicht mit einer schnellen Einführung zu rechnen. Er gehe davon aus, dass ihn die Diskussion um das Wechselkennzeichen noch lange begleite, sagte der Minister, der in die kommenden zwei Jahren den Vorsitz der Verkehrsministerkonferenz der Länder inne hat.

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Konkreter äußerte sich Vogelsänger zu anderen Themen: Er hob die Verkehrssicherheit und die entsprechende Infrastruktur hervor. „Ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen ist nicht notwendig!“ Der Autofahrer müsse den Grund für eine Tempobegrenzung erkennen, bei punktuell eingesetzten Schildern sei dies möglich.

Zuvor hatte Hans-Peter Lange, der als Präsident des Landesverbandes Berlin-Brandenburg zum Branchentreffen eingeladen hatte, die Forderung des Kfz-Gewerbes nach einem Wechselkennzeichen erneuert. Er hob die entsprechenden Vorteile für Verbraucher und Branche hervor.

Dekra-Chef fordert kürzere HU-Intervalle

Clemens Klinke äußerte sich zur Situation bei der Hauptuntersuchung. Die klare Trennung von Fahrzeugüberwachung und Reparatur sei von Vorteil, so Vorsitzender der Geschäftsführung Dekra Automobil: „Der eine prüft, der andere repariert – das ist eine Erfolgsgeschichte.“ Er forderte, für Fahrzeuge ab einem Alter von sieben bis acht Jahren eine jährliche Hauptuntersuchung durchzuführen.

Die modernen Fahrsicherheitssysteme sollten auch bei diesem Fahrzeugalter noch funktionieren, begründete er diese Sichtweise. Entsprechend führe eine jährliche HU bei älteren Fahrzeugen zu mehr Verkehrssicherheit auf der Straße und mehr Aufträge für die Werkstätten.

Aus der Sicht des Dekra-Managers sollten sich künftig ältere Autofahrer einem freiwilligen Check unterziehen, um so ihre Fahrtauglichkeit zu prüfen. In diesem Zusammenhang seien altersgerechte Fahrzeuge und deren Bedienelemente wichtig. „Mancher mehrfachbelegte Schalter überfordert ja schon junge Autofahrer“, stellte Klinke fest.

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