Wellergruppe: Markentrennung statt Markenmix
Die Toyota/Lexus-, BMW/Mini- und VW/Audi/Skoda-Autohausgruppe hat 2009 so viel Umsatz erwirtschaftet wie noch nie zuvor. Doch Firmenchef Burkhard Weller musste auch bittere Pillen schlucken.
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„2009 werden wir dank der Umweltprämie das erfolgreichste Ergebnis in unserer Firmengeschichte schreiben“, erzählt der Inhaber der Wellergruppe, Burkhard Weller. „Laut unserer Hochrechnung werden wir mindestens 930 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften, vielleicht knacken wir aber auch bereits die Eine-Milliarde-Euro-Marke“, so Weller weiter. Insgesamt vermarktete die Wellergruppe 2009 mindestens 48.000 Neu- und Gebrauchtwagen.
Damit gehört das inhabergeführte Unternehmen mit seinen Toyota- und Lexus-Autohäusern Auto Weller, den BMW- und Mini-Autohäusern B & K ... alles klar! sowie den VW-, Audi- und Skoda-Autohäusern Max Moritz zu den größten Automobilhandelsgruppen in Deutschland.
Dennoch musste Burkhard Weller 2009 auch einige bittere Pillen schlucken. Ein für ihn persönlich schwerer Schritt war der Verkauf bzw. die Schließung von drei Betrieben in der Hauptstadt.
Vor gerade einmal drei Jahren hatte Burkhard Weller den Markteintritt in der deutschen Hauptstadt gewagt – er übernahm zwei Betriebe der Stolzenburg-Gruppe. Nur ein Jahr später weihte Auto Weller einen 20 Millionen Euro teuren Neubau in der Berliner Franklinstraße ein – das größte Toyota-Autohaus in Europa.
„Als wir uns im Jahr 2002 für Berlin entschieden und mit unseren Planungen für den Bau eines repräsentativen Autohauses begonnen hatten, visierte Toyota in Deutschland noch ein Neuzulassungsvolumen von 200.000 Einheiten bis 2010 an“, erzählt Burkhard Weller. „Unseren Flagship-Store haben wir auf Basis dieses Volumens geplant.“
Abschied aus Berlin
Ende 2008, rund ein Jahr nach der Inbetriebnahme, habe sich abgezeichnet, dass Toyota 2010 gerade einmal halb so viele Neuwagen verkaufen werde. „Die Weiterführung der Berliner Betriebe wäre somit aus kaufmännischer Sicht völlig unsinnig gewesen und hätte in einem Desaster geendet“, unterstreicht Weller.
Im Juni 2009 schloss folglich der Auto Weller-Betrieb am Berliner Mehringerdamm seine Pforten. Den zweiten ehemaligen Stolzenberg-Betrieb in Großziethen verkaufte die Wellergruppe an die Toyota- und Lexus-Autohausgruppe Motor Company Berlin.
Das Toyota- und Lexus-Autohaus in der Franklinstraße übernahm VW Retail. Die Abwicklung habe sowohl mit Toyota als auch mit Volkswagen erfreulich reibungslos geklappt.
Gänzlich verabschiedet aus Berlin hat sich die Wellergruppe allerdings nicht: „Ich habe ein hohe Affinität zu dieser Stadt, und daher bleibt auch unsere Firmenzentrale dort“, betont Weller.
Den Grundstein für die Automobilhandelsgruppe hatte der Sohn eines Automobilverkäufers in Osnabrück gelegt. Vor genau 30 Jahren verwirklichte er mit der Eröffnung eines Toyota-Autohauses seinen Traum von der Selbstständigkeit.
Mit 50.000 DM Startkapital angefangen
„Ich habe mit einem Werkstattmeister und einer Assistentin angefangen“, erinnert sich Burkhard Weller. „Ich hatte 50.000 D-Mark Startkapital in der Tasche und habe noch selbst den Dreck vom Boden der ehemaligen Lkw-Werkstatt abgekratzt, in die wir gezogen sind.“
Aus den ehemals zwei Mitarbeitern sind inzwischen 1.619 geworden. Bundesweit ist die Wellergruppe aktuell an 28 Standorten präsent.
Einheitliche Leitsätze für alle Mitarbeiter
Die einzelnen Autohausfilialen werden gesellschaftsrechtlich und organisatorisch strikt getrennt geführt. Dennoch gelten für die Teilunternehmen einheitliche Leitsätze zum Umgang mit Kunden, Mitarbeitern, Herstellern und Lieferanten. Genau das ist eines der Erfolgsrezepte der Autohausgruppe. Für alle Filialen gibt es klar definierte Vorgehensweisen und CI-Richtlinien.
Zur Weller-Kultur gehören unter anderem eine einheitliche Kontaktaufnahme mit den Kunden, einheitliche Hemden der Mitarbeiter mit dem Logo der Markensparte sowie gebrandete Tassen in den Autohaus-Bistros.
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