Ferndiagnose Wenn der gelbe Engel „over the Air“ kommt

Von Steffen Dominsky 2 min Lesedauer

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Die Pannenhelfer des ADAC wollen künftig mithilfe von OBD-Dongles aus dem Hause Hella Gutmann vernetzte Mitgliederfahrzeuge per Mausklick reparieren – aus der Ferne, versteht sich.

Mitglieder, die das künftige Konzept „ADAC Smart Connect“ nutzen, können digital per App den Zustand ihres Autos checken. Der Automobilclub kann es dann im Pannenfall von der Zentrale aus reparieren.(Bild:  ADAC/HGS)
Mitglieder, die das künftige Konzept „ADAC Smart Connect“ nutzen, können digital per App den Zustand ihres Autos checken. Der Automobilclub kann es dann im Pannenfall von der Zentrale aus reparieren.
(Bild: ADAC/HGS)

Rund dreieinhalb Millionen Mal: So oft rückten die sogenannten „Gelben Engel“ des ADAC im Jahr 2021 zu Panneneinsätzen aus. Verständlich, dass dem Automobilclub daran gelegen ist, diese gewaltige Anzahl herunterzuschrauben. Helfen sollen ihm dabei die Früchte einer Zusammenarbeit, die schon fast 20 Jahre währt. Nämlich die mit dem Hause Hella Gutmann Solutions (HGS). So lange nutzen die Männer und Frauen des fahrenden Servicevolks bereits die Diagnosetechnik des ihringisch-lippstädtischen Unternehmens. Mithilfe des ADAC-eigenen Onboard-Informationssystems „ABIS“ und des Diagnosemoduls „Macs45“ von HGS konnten sie die Weiterfahrquote der Clubmitglieder verbessern – sie stagniert aktuell bei rund 85 Prozent.

Um sie zu steigern, bzw. um den Aufwand, der dahinter steckt, zu reduzieren, haben sich die beiden Partner etwas Neues einfallen lassen. Das Ergebnis trägt den Namen „ADAC Smart Connect“ und dahinter steckt eine sogenannte Telematiklösung. Das heißt, die Fahrzeuge der Clubmitglieder bekommen einen OBD-Dongle verpasst. Dank diesem kann der „Gelbe Engel“, bzw. der „graue“ Kollege im Call-Center entweder eine präventive Fahrzeug-Tiefendiagnose durchführen – und so eventuell zeitnah aufploppende Probleme bereits im Keim ersticken. Oder er kann im Pannenfall gezielte und rasche Hilfe bieten, ohne dass erst ein Pannenhilfsfahrzeug anfahren muss.

Konzept soll 2024 starten

Kern des Systems ist ein digitales Produkt, das Hella Gutmann zusammen mit dem französischen Telematik-Spezialisten Munic S. A. unter dem Namen „MacsLive“ entwickelt hat. Es bietet Mobilitätsdienstleistern, flottenbasierten Unternehmen und Versicherern wertvolle Informationen, die dazu beitragen, Fahrzeuge stets mobil zu halten. Im Fall ADAC werden ausschließlich relevante Fahrzeug- und Systemdiagnosedaten (wie Fehlercodes, Parameter etc.) an die ADAC- bzw. Hella Gutmann-Cloud übertragen. Individuelle Fahrprofile erstellen der Automobilclub und der Diagnoseanbieter aus Datenschutzgründen nicht.

Ende letzten Jahres trat das Projekt in Stufe zwei, die bekannte Betaphase. Ziel ist es, über 10.000 Fahrzeuge mit dem ADAC Smart Connect auszustatten sowie entsprechende Daten und Erfahrungen zu sammeln. Noch können sich Mitglieder bei ihrem Club dafür registrieren – und bei geeignetem Fahrzeug – kostenlos mitmachen. Das finale Angebot, so der ADAC gegenüber »kfz-betrieb«, startet frühestens 2024. Welche Kosten den Nutzern dann entstehen, ist offen. Dass es diese geben wird, dürfte unbestritten sein. Denn sowohl der Aufbau als auch der Betrieb einer solchen Telematiklösung kosten jede Menge Geld. Und das sparen sich sowohl Endkunden als auch Clubkassenwarte ganz gerne, oder nicht?

 

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