Anbieter zum Thema
Mails von Wirkaufendeinauto.de fluten das Postfach
Parallel zum Schweigen des BDK-Partners wurde mein Postfach mit E-Mails von Wirkaufendeinauto.de geflutet. Sportliche Antwortgeschwindigkeit, vertraulicher Tonfall mit dem unvermeidlichen „Du“, ein wie geölt flutschender Prozess – all das kann man bei einem Internetunternehmen erwarten. Und wenig überraschend auch die mutigste Ansage beim Einkaufspreis: 5.450 Euro wollten die Berliner für meinen Skoda zahlen. Ich war skeptisch: Die Geschichten über Lockangebote per Mail und nachfolgendes Preisdrücken bei der Annahme hatte ich natürlich auch gehört.
WKDA betreibt in Würzburg einen eigenen Ankaufstützpunkt. Die schmucklose Halle, etwas versteckt hinter einer Spielhölle gelegen, macht optisch wenig her. Verantwortlich für die Annahme war ein junger Automobilkaufmann. Er checkte den optischen Zustand außen, innen und im Motorraum, machte eine kurze Probefahrt und nahm ein Video des laufenden Motors auf. Eine Untersuchung auf der Hebebühne unterblieb aber – es gibt auch nicht in jedem WKDA-Stützpunkt eine Bühne.
Der Preis: unter dem Angebot, aber über den Konkurrenten
Der endgültige Preis wurde innerhalb eine Viertelstunde aus der Zentrale mitgeteilt: 4.647 Euro war der Skoda den Berlinern wert. Das lag zwar – wie erwartet – deutlich unter dem ersten Angebot, aber nicht so weit, dass ich von übertriebener Preisdrückerei sprechen würde.
Etwas länger dauerte die Fahrzeugbewertung beim Skoda-Händler. Trotz ehrlichen Bemühens der beteiligten Kollegen im Autohaus: Wenn der ursprünglich verantwortliche Verkäufer im Urlaub ist und sein Vertreter krank wird, dann sind ein paar Tage Verzögerung unvermeidlich. Hier kann sich ein mittelständisches Unternehmen eben nicht mit einem Internetportal messen. Ein paar Tage nach der Untersuchung des Skoda im Autohaus stand der Preis auch hier fest: 4.550 Euro. Die Werkstattprofis dort hatten den Wagen natürlich genauer gecheckt und mehr Mängel gefunden als WKDA – daher die niedrigere Preisnotierung.
Den Zuschlag bekam also Berlin. WKDA zeigte in diesem Fall nicht nur den schlüssigsten Prozess, sondern bot auch einen höheren Preis als alle bei der „Auktion“ befragten Teilnehmer. Das ist umso erstaunlicher, als nach Meinung des Aufkäufers die Chancen gut sind, dass der Wagen in Deutschland bleibt und an einen hiesigen Händler verkauft wird. Dieser muss sich seine Marge nun mit Wirkaufendeinauto.de teilen.
Die BDK-Ankaufplattform, die diesem Missstand abhelfen sollte, krankte zumindest in meinem Fall an dem Bruch zwischen der Zentrale und den angeschlossenen Händlern. Will man in Sachen Prozesssicherheit mit der Konkurrenz mithalten, müssen hier mehr Erinnerungsfunktionen eingebaut werden. Denn wenn der Kontakt zum Kunden abreißt, dann ist dieser weg.
(ID:45607694)