ZDK-Mitgliederversammlung „Wir brauchen das Comeback für das Auto in Europa“

Von Doris S. Pfaff 4 min Lesedauer

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Der ZDK soll trotz bestehender Probleme ein starker Verband bleiben, kündigte der neue ZDK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Hasler (links im Bild) an. Die Bedeutung einer geeinten Interessenvertretung betonte auch Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt in seiner Rede bei der Mitgliederversammlung in Weimar.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn (rechts) beglückwünscht Jürgen Hasler in seinem neuen Amt als Hauptgeschäftsführer.(Bild:  Zietz - VCG)
ZDK-Präsident Thomas Peckruhn (rechts) beglückwünscht Jürgen Hasler in seinem neuen Amt als Hauptgeschäftsführer.
(Bild: Zietz - VCG)

„Ich glaube an die Zukunft des Verbandes, sonst würde ich es nicht machen. Als Abwickler des ZDK stehe ich nicht bereit.“ Mit dieser Botschaft hatte Jürgen Hasler als kommissarischer Geschäftsführer um seine Wahl zum ZDK-Hauptgeschäftsführer bei der Versammlung an diesem Dienstag in Weimar geworben – und überzeugt. Seine Wahl in die seit Mai vakante Position erfolgte einstimmig.

Nicht überzeugen konnte er und ZDK-Präsident Thomas Peckruhn dagegen die Mitglieder, dem vorgelegten Entwurf zur Satzungsänderung mit der erforderlichen Dreiviertelmehrheit zuzustimmen. Unter der Wahlleitung von Christian Hansen, kommissarischer Leiter der ZDK-Rechtsabteilung, erhielt der Entwurf lediglich die einfache Mehrheit.

Satzungsentwurf verfehlte Dreiviertelmehrheit

Als Gründe wurden, so erläuterte Peckruhn später, insbesondere fehlende Zeit und erforderliche Nachbesserungen genannt. Zudem wünsche der ZVK eine stärkere Verzahnung innerhalb des ZDK. Bereits am Vortag hatten Vertreter der Projektgruppe den Entwurf und die bis dahin eingereichten Änderungsanträge in einer dreistündigen Sitzung erläutert. Dennoch wertete Peckruhn das Ergebnis als positives Signal für den ZDK, da sich die Mehrheit der Mitglieder klar hinter den Reformprozess gestellt habe.

Diese Brücke will Peckruhn – wie zuvor auch von Hasler angekündigt – bauen und bald in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung den angepassten Entwurf erneut zur Abstimmung vorlegen. Vor allem die neu zu schaffende Geschäftsführerkonferenz soll alle wieder mit ins Boot nehmen, betonte Hasler.

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In der Vergangenheit sei das nicht immer geschehen. Hasler und Peckruhn betonten ihren Wunsch und die Notwendigkeit der Zusammenarbeit der beiden Verbände auch nach der Trennung der gemeinsamen Geschäftsstelle von ZDK und ZVK, die bis zum 1. Januar 2026 realisiert werden soll.

Eine geeinte und starke Stimme brauche es, um die Interessen aller Mitglieder möglichst erfolgreich in der Politik, in Berlin wie in Brüssel, vertreten zu können. Der ZDK dürfe nicht bei den großen, wichtigen Branchentreffen fehlen, nur weil eine interne Einigung zwischen Handel und Handwerk ausbleibe, mahnte Hasler.

Hasler wünscht schnelle Zusammenarbeit mit ZVK

Zur Klärung der noch offenen Fragen bei der Verbandstrennung kündigte Hasler an, zeitnah Gespräche mit dem designierten ZVK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Gros führen zu wollen. Rückenwind erhielten die Reformwilligen durch den Besuch von Ministerpräsident Mario Voigt, der auf Einladung des gastgebenden Landesverbandes Thüringen und dessen Präsidenten Helmut Peter nach Weimar gekommen war.

Zuvor hatte Präsident Peckruhn die Anliegen und Nöte der Kfz-Betriebe dargestellt und Entlastungen gefordert – durch weniger Bürokratie und durch finanzielle Erleichterungen etwa bei der Körperschaftsteuer.

Ministerpräsident Voigt sagt Autogegnern den Kampf an

Weil Voigt einst als Student selbst in einer Kfz-Werkstatt gearbeitet hat, wisse er, was die Betriebe leisten, betonte er und dankte den Mitgliedern. Er erklärte, all jenen den Kampf angesagt zu haben, die dem Auto den Kampf angesagt hätten. Deutschland und Europa bräuchten das Auto und eine starke Autoindustrie. „Wir in Deutschland und Europa sind Autoland. Wir brauchen das Comeback für das Auto in Europa“, unterstrich er.

Der zukünftige Weg zum Erreichen der Klimaziele müsse realisierbar sein – technologieoffen und nicht von Verboten geprägt. Die aktuelle Entwicklung zeige, dass die Menschen nicht mehr ausreichend mitgenommen werden und Autos aufgrund politischer Vorgaben zu teuer geworden sind. Damit traf Voigt den Nerv der Versammlung.

Verabschiedung von Ulrich Köster als Pressesprecher

Zuspruch erhielt auch Haslers erste Amtshandlung: Er bat alle Geschäftsführer des ZDK-Hauptamtes auf die Bühne und stellte sie sowie ihr Engagement vor. Besonderen Applaus gab es für Ulrich Köster, der den ZDK 16 Jahre lang als Pressesprecher in der Öffentlichkeit vertreten hat und in wenigen Wochen in den Ruhestand geht. Ein persönliches Dankeschön überreichten ihm die beiden Vizepräsidenten Michael Kraft und Detlef Peter Grün im Namen des Ehrenamtes.

Termine in 2026: Neujahrsgipfel und Automechanika

Einen Ausblick auf die im nächsten Jahr stattfindende Automechanika bot Ann-Katrin Klusak von der Messe Frankfurt in einem Video. Sie warb für die Messe und informierte darüber, dass Innungen auch 2026 wieder mit finanziell unterstützten Busfahrten den Besuch der Mitglieder in Frankfurt erleichtern könnten. Die Automechanika findet vom 8. bis 12. September in Frankfurt am Main statt.

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Zu einer Großveranstaltung laden der ZDK/ZVK und DAT bereits für den kommenden Januar ein. Am 27. Januar 2026 findet der nächste ZDK-Neujahrsgipfel und die Vorstellung des DAT-Reports 2026 wieder im Gasometer auf dem EUREF-Campus in Berlin-Schöneberg statt. Seine Teilnahme zugesagt hat bereits Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. Den Termin gab der ZDK gleich im Anschluss an seine Mitgliederversammlung bekannt.

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