Private E-Wallboxen ZDK bittet Scheuer um Aufstockung des Fördertopfs

Autor / Redakteur: Doris Pfaff / Doris Pfaff

Weil der Fördertopf für den Bau privater E-Ladesäulen leer ist, hat der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe das Bundesverkehrsministerium um eine Aufstockung der Mittel gebeten. Beim anstehenden Förderprogramm für gewerblich genutzte Ladesäulen empfahl er, auf eine Deckelung zu verzichten.

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Förderanträge für private Ladepunkte können derzeit nicht gestellt werden, weil der Fördertopf leer ist.
Förderanträge für private Ladepunkte können derzeit nicht gestellt werden, weil der Fördertopf leer ist.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Automobilbranche befürchtet, dass die Nachfrage an E-Autos in den kommenden Monaten sinken wird. Der Grund: Die Fördermittel für den Bau privater Ladeinfrastruktur, die die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für dieses Jahr zur Verfügung gestellt hatte, wurden bereits abgefragt. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat deshalb Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gebeten, das KfW-Programm schnell mit zusätzlichen Mitteln auszustatten.

Die Möglichkeit, privat sein Fahrzeug aufladen zu können, sei für viele Käufer eines E-Autos entscheidend und damit „ein wesentlicher Treiber für den Markthochlauf der Elektromobilität“, so die Begründung des ZDK.

Auch Reinhard Zirpel, Präsident des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), hält eine zügige Aufstockung des Fördertopfs für erforderlich: „Die private hat neben der öffentlichen Ladeinfrastruktur für Käufer von Elektrofahrzeugen entscheidende Bedeutung. Wer ein E-Auto kauft, richtet meist auch gleich eine Wallbox auf dem privaten Stellplatz ein. Durch eine längere Unterbrechung der Förderung könnte der Erfolg der Elektromobilität in Deutschland gefährdet werden.“

Das Förderprogramm des Bundesverkehrsministeriums zugunsten privater Ladeinfrastruktur startete im vergangenen November. Seitdem hat die KfW Anträge zur Förderung von rund 600.000 privat genutzten Ladepunkten bewilligt. Die vom Bund dafür bereitgestellten 500 Millionen Euro sind damit aufgebraucht. Deshalb können vorerst keine neuen Anträge gestellt werden.

ZDK rechnet mit hoher Nachfrage für gewerbliche Ladesäulen

Diese Situation, so befürchtet der ZDK, könnte auch für das angekündigte Förderprogramm für nicht öffentliche Ladeinfrastruktur zur gewerblichen Nutzung eintreten. Denn nach Einschätzung des ZDK werde die Nachfrage danach sehr hoch sein.

Deshalb bat der ZDK den Bundesverkehrsminister, bei diesem Förderprogramm auf eine zeitliche Begrenzung des Förderaufrufs zu verzichten und den Fördertopf deutlich höher auszustatten. Angekündigt hatte das Ministerium, dafür 350 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

Der ZDK warb zudem beim Bundesverkehrsministerium dafür, auch Autohäusern den Zugang zu Förderungen für Ladeinfrastrukturen zu ermöglichen. Denn diese seien eine „unverzichtbare Schnittstelle zwischen Herstellern und Kunden“, um die Elektromobilität für Interessierte und Mitarbeiter erlebbar zu machen. Bislang erhalten Autohäuser aufgrund der Förderkriterien nur dann Mittel für den Bau von Ladesäulen, wenn diese öffentlich zugänglich sind.

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