Elektromobilität Eine E-Prämie gezielt für junge Menschen

Von Doris S. Pfaff 3 min Lesedauer

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Der ZDK schlägt eine neue E-Prämie vor, von der junge Familien und Berufseinsteiger profitieren sollen. Dazu wäre ein Fördertopf von 500 Millionen Euro erforderlich. Das Geld wäre jedoch gut angelegt und könnte nachhaltig den Absatz von E-Autos steigern.

Junge Menschen und Familien mit einer Förderung beim Kauf eines Elektroautos zielgerichtet unterstützen: Das schlägt der ZDK vor, denn gerade Berufsanfänger oder junge Familien seien auf individuelle Mobilität und finanzielle Unterstützung angewiesen. (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Junge Menschen und Familien mit einer Förderung beim Kauf eines Elektroautos zielgerichtet unterstützen: Das schlägt der ZDK vor, denn gerade Berufsanfänger oder junge Familien seien auf individuelle Mobilität und finanzielle Unterstützung angewiesen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bringt eine neue Prämie für Elektroautos ins Spiel und legte einen entsprechenden Vorschlag dem Bundeskanzleramt sowie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck vor. Von der Förderung sollen junge Familien und Berufseinsteiger profitieren. Mit rund einer halben Milliarde Euro soll ihnen der Einstieg in die Elektromobilität erleichtert werden.

Warum ausgerechnet diese Zielgruppe? Die Antwort von ZDK-Präsident Arne Joswig: „Zahlreiche Studien belegen, dass junge Menschen deutlich technologieaffiner und umweltbewusster sind und eine hohe Bereitschaft haben, ein Elektrofahrzeug auch anzuschaffen. Aber sie besitzen leider die geringste Kaufkraft. Die Zukunft unseres Landes hängt entscheidend von den Perspektiven junger Familien ab. Sie gestalten ihre eigene Zukunft und damit auch langfristig die der Gesellschaft. Nur finden sie kein bezahlbares Angebot für ihre E-Mobilitätsbedürfnisse.“

Mehr Akzeptanz für neue Technologie

Eine zielgerichtete Förderung junger Bevölkerungsgruppen könne effektiv neue Kundengruppen für Elektrofahrzeuge erschließen und mittelfristig die Akzeptanz dieser Antriebstechnologie deutlich erhöhen. Die Förderung sei zudem auch wirtschaftlich nachhaltig.

„Die Zielgruppe sind junge Menschen und Familien mit beruflichen Perspektiven und flexiblen Mindsets“, so Joswig. Sie würden es dem Fiskus perspektivisch über Steuern und Sozialbeiträge zurückzahlen: „Ein besseres Investment als in dieses Human Capital kann es für den Staat doch kaum geben!“

Konkret schlägt der ZDK in den kommenden drei Jahren degressive Förderprämien vor von zunächst 6.500 Euro im ersten Jahr für E-Neufahrzeuge bis zu einem Nettolistenpreis von 45.000 Euro und 3.250 Euro für E-Gebrauchtwagen bis 30.000 Euro.

Förderung mit Einnahmen aus CO2-Bepreisung gegenfinanzieren

Den Gesamtförderbedarf für Auszubildende, Studenten und Berufsanfänger bis 29 Jahre sowie für junge Familien mit minderjährigen Kindern schätzt der ZDK für das Jahr 2025 auf rund 500 Mio. Euro, basierend auf Daten des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) für 2023. „Zur Gegenfinanzierung lassen sich Teile der Mehreinnahmen von rund 1,5 Mrd. Euro aus der zum 1. Januar 2025 anstehenden Erhöhung der CO2-Bepreisung um 10 Euro pro Tonne CO2 auf fossile Kraftstoffe verwenden“, schlägt der ZDK vor.

Der Vorstoß des ZDK dürfte grundsätzlich auf fruchtbaren Boden stoßen. Denn nach den jüngsten Krisen der Autohersteller zeigte sich die Politik zuletzt gewillt, eine erneute Förderung für Elektromobilität aufzulegen. Erst Ende 2023 hatte die Ampelregierung den Umweltbonus vorzeitig gestoppt und damit eine Absatzkrise bei E-Autos ausgelöst. Bundeskanzler Olaf Schulz hatte beispielsweise selbst ein 400-Millionen-Euro-Paket zur Stärkung der Automobilwirtschaft vorgeschlagen. Auch Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte eine erneute Förderung der E-Mobilität nicht mehr abgelehnt. Allerdings dürften die Ereignisse in Berlin und das Aus der Ampelregierung einer neuerlichen Förderung aktuell nicht zuträglich sein.

Gemäß einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hatte die E-Prämie den E-Neuwagenmarkt nachhaltig belebt und die Nachfrage nach Verbrennerfahrzeugen spürbar gesenkt. Um E-Mobilität bei jüngeren Bevölkerungsgruppen populärer zu machen und mit Vorurteilen aufzuräumen, hat der ZDK bereits im September die eigens konzipierte Social-Media-Kampagne „Elektrisch ist Einfach“ mit bisher 12 von 20 geplanten Videoclips aufgelegt. Auf Tiktok, Instagram, X und Facebook erzielte der ZDK nach eigenen Angaben damit bis heute mehr als 1 Mio. Aufrufe.

„Wir sind fest davon überzeugt, dass es für junge Menschen eine Starthilfe in Sachen E-Mobilität geben muss. Mit unserer Mobilitätsprämie lässt sich nicht nur der E-Automarkt ankurbeln. Zugleich wird auch ein sicheres Invest in junge Menschen und Familien, d. h. die Generation Zukunft, geschaffen“, so Joswig.

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