ZDK: PSA bestraft Handel mit CO2-Zielen
Dass PSA den Nachholbedarf in Sachen CO2 auf den Handel umlegt, stößt dem ZDK sauer auf. Vizepräsident Thomas Peckruhn fordert vom Hersteller, den Handel nicht für eigene Unzulänglichkeiten zu bestrafen.
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Peugeot hat es bereits getan, Opel will es tun: Die PSA-Marken bürden die Steuerung des Flottenverbrauchs ihren Händlern auf. Den Vertriebspartnern werden dabei CO2-Monatsziele vorgeben, die den Durchschnittswert an CO2-Ausstoß der in dem jeweiligen Monat vom Händler erstzugelassenen Fahrzeuge festlegen. Erreicht der Partner diese Ziele nicht, droht eine beträchtliche Bonuskürzung. Auch Elektroquoten kommen zum Einsatz.
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) reagierte auf jenes Vorgehen am Freitag mit scharfer Kritik. ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn sagte: „Mit dieser Vorgehensweise bestraft der Hersteller seine Handelsorganisation für die eigenen Unzulänglichkeiten.“ Um Strafzahlungen zu vermeiden, hätten viele Automobilhersteller große Anstrengungen unternommen. Modellpaletten seien angepasst worden, die Effizienz der Motoren deutlich verbessert. Doch jene Anpassungen hätten nicht alle Hersteller konsequent umgesetzt, so der ZDK.
Opel-Händler sollen CO2-Ausstoß steuern
Eine mögliche Argumentation von Herstellern wie PSA, dass Voraussetzungen wie die CO2-Monatsziele für Händler lediglich für den Erhalt zusätzlicher freiwilliger Leistungen erforderlich seien, will Peckruhn nicht gelten lassen. Jene Bonifikationen bildeten in den meisten Fällen einen erheblichen Teil der Vergütung, sodass ein Händler faktisch zur Teilnahme gezwungen sei, um wettbewerbsfähig bleiben zu können.
Folge sei eine Situation, die für den Handel nicht tragbar sei und zudem jeglichem kaufmännischen Denken widerspreche: „Händler müssen Fahrzeuge zulassen, die bei den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht abzusetzen sind. Auf andere lukrative Geschäfte hingegen muss unter Umständen verzichtet werden, da diese sich negativ auf die CO2-Bilanz auswirken“, beklagte Peckruhn.
Peckruhn empfiehlt: CO2-Abgaben auf Preise umlegen
Statt dem Handel die Boni zu streichen, empfahl Peckruhn eventuelle „CO2-Abgaben“ auf den Fahrzeugpreis umzulegen. Der Markt entscheide, welche Fahrzeuge abgesetzt würden. Kunden würden aus voller Überzeugung und nachvollziehbaren Gründen bestimmte Fahrzeuge oder Motorisierungen kaufen. Beispiel Diesel: „Der Diesel wird auf lange Sicht die einzig sinnvolle Wahl für Vielfahrer bleiben. Ich bin davon überzeugt, dass Kunden dann auch bereit sind, dafür zu zahlen“, so Peckruhn.
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