Zeitwertgerechte Instandsetzung

Austauschteilemarkt ist Wachstumsmarkt

05.05.2010 | Autor: Konrad Wenz, Markus Lauer, Steffen Dominsky

Erstausrüster und Ersatzteillieferanten wie Bosch bieten ein breites Programm an Austauschteilen.
Erstausrüster und Ersatzteillieferanten wie Bosch bieten ein breites Programm an Austauschteilen.

Motoren, Lichtmaschinen, Anlasser, Bremssättel, Wasserpumpen, Gelenkwellen, Lenkgetriebe – die Liste der Austauschteile ist lang. Normalerweise führen die Fahrzeughersteller das aufgearbeitete Teil bald nach der Markteinführung des Neuteils ein. Das korrespondierende Neuteil wird dann in den meisten Produktgruppen parallel angeboten. Am Ende des Lebenszyklus eines Teils ist das Austauschteil häufig länger erhältlich als das Neuteil.

In Deutschland werden etwa zehn Prozent aller verkauften Ersatzteile als Austauschteil gehandelt – das entspricht laut Schätzungen der Automotive Parts Rebuilders Association (Apra) einem Marktvolumen von rund einer Milliarde Euro. In Europa erzielen Teilehändler etwa ein Viertel des Umsatzes mit Austauschteilen, auf dem amerikanischen Markt sind Brancheninsidern zufolge rund ein Drittel aller Ersatzteile aufgearbeitete Altteile. Auch hierzulande wird der Anteil der Austauschteile voraussichtlich zunehmen. Zum einen, weil die Fahrzeugkomponenten immer komplexer werden und damit teurer, zum anderen, weil die Rohstoffpreise immer weiter steigen. „Abfälle werden dadurch zu Sekundärrohstoffen“, sagt Daniel Grub, Key-Account-Manager bei der Partslife GmbH. Somit wird die Aufbereitung der Teile immer interessanter.

Beispiel „Originalteile“

Beispielsweise bietet BMW/Mini für etwa 150 Produktgruppen mit rund 4.000 unterschiedlichen Positionen Original-Austauschteile an. Auch bei anderen Automobilherstellern bewegt sich das Austauschprogramm in dieser Größenordnung. Und die Automobilhersteller erweitern ihr Angebot kontinuierlich. Denn sie können durch die preiswerteren Teile den Kunden länger an das eigene Reparaturnetz binden. Gerade die Kunden mit älteren Fahrzeugen werden immer preissensibler. Die Bereitstellung von zeitwertgerechten Reparaturkonzepten, unter anderem durch Austauschteile, wird also künftig eine noch größere Rolle spielen als bisher.

Ergänzendes zum Thema
 

Herrmanns: Die schlaue Teilealternative für Mercedes-Benz

Mercedes-Benz beziffert den Preisvorteil eines Austauschteils gegenüber einem Neuteil mit 20 bis 50 Prozent. Zudem sei auch der Umweltaspekt nicht zu verachten. Denn etwa 67 Prozent eines Tauschteils würden wiederverwendet und 32 Prozent würden dem Recyclingsystem zugeführt, heißt es aus dem Stuttgarter Konzern. Laut Fraunhofer Institut würden die Rohstoffe, die jährlich weltweit durch die Aufarbeitung eingespart werden, die stolze Zahl von 155.000 Eisenbahnwaggons füllen. Die Energieeinsparung beziffert das Unternehmen auf weltweit jährlich rund 10,7 Millionen Fass Rohöl.

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