ZF: Chefwechsel in Schweinfurt

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Helmut Ernst löst nach mehrmonatiger Einarbeitungszeit Alois Ludwig als Geschäftsführer von ZF Services ab. Ludwig war in 45 Berufsjahren eine der prägenden Figuren im Aftermarket.

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Neuer Chef bei ZF Services: Helmut Ernst (links) folgt auf Alois Ludwig.
Neuer Chef bei ZF Services: Helmut Ernst (links) folgt auf Alois Ludwig.
(Foto: ZF Services)

Zum 1. März übernimmt Helmut Ernst (55) die alleinige Geschäftsführung bei ZF Services, dem Aftermarket-Geschäftsfeld der ZF Friedrichshafen AG. Nach einer mehrmonatigen Einarbeitungsphase löst er damit Alois Ludwig ab, der nach 45 Jahren im Unternehmen in den Ruhestand geht.

Am 24. Februar fand in Schweinfurt die symbolische Staffelstab-Übergabe statt, mit der Ernsts Zeit als „Chefpraktikant“ zu Ende ging. Der Manager war bereits im Juli 2014 zu ZF Services gewechselt und hatte sich seither in das Geschäftsfeld eingearbeitet und die internationalen Standorte und Kunden kennengelernt. Der erfahrene Branchenkenner soll das Angebot an Telematiklösungen und maßgeschneiderten Dienstleistungen für die Mobilitätsanforderungen der Zukunft ausbauen.

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„Die Vernetzung von Fahrzeugen und Infrastruktur rund um den Globus wird sich beschleunigen“, erläuterte Helmut Ernst die Herausforderungen und Perspektiven für ZF Services. „Die vernetzte Werkstatt wird zum Mobilitäts-Manager und empfiehlt dem Fahrzeughalter bei Bedarf eine Wartung oder die präventive Reparatur seines Fahrzeugs. Die dafür notwendigen online-basierten Dienstleistungen werden wir entwickeln und unseren Kunden anbieten.“

Helmut Ernst ist studierter Ingenieur und war von 1985 bis 2013 beim Continental-Konzern tätig, zuletzt als Geschäftsführer der Continental Automotive Aftermarket GmbH. Neben seiner Branchenerfahrung schätzt ZF an Ernst vor allem seine Kompetenz in Sachen Fahrzeugelektronik sowie seine Auslandserfahrung in Asien, wo er insgesamt sechs Jahre arbeitete.

Alois Ludwig: Der große Integrator

Sein Vorgänger Alois Ludwig, der nun mit 66 Jahren in den Ruhestand geht, war insgesamt 45 Jahre bei dem Unternehmen tätig, das in dieser Zeit allerdings einige Besitzer- und Namenswechsel durchmachte. Dabei entwickelte er sich zur prägenden Führungspersönlichkeit nicht nur für ZF Services, sondern für den gesamten Independent Aftermarket.

Ludwig trat 1970 nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann in die damalige Boge GmbH ein, die 1991 von Mannesmann übernommen wurde. In diversen Führungspositionen bei Mannesmann war er für den internationalen Vertrieb im freien Ersatzteilemarkt verantwortlich. Zusammen mit Sachs kam Boge 2001 von Mannesmann zu ZF.

Ab 2002 führte Alois Ludwig die Handelsaktivitäten von ZF und damit die Unternehmen Sachs Handel und Lemförder International zusammen. Anschließend übernahm er den Vorsitz in der Geschäftsführung der damals neuen ZF Trading GmbH und steuerte 2008 den Zusammenschluss von ZF Trading sowie der Vertriebs- und Service-Organisation des Unternehmens zu ZF Services. Ein Jahr später wurden auch die Kundendienst-Aktivitäten von ZF im Geschäftsfeld ZF Services gebündelt.

Alois Ludwig hatte stets auch die Entwicklung der Branche insgesamt im Fokus. So war er nicht nur Gründungsmitglied von Branchenverbänden wie VREI oder Teilen e.V., sondern auch engagierter Unterstützer von Initiativen wie Qualität ist Mehrwert.

Beratend soll Alois Ludwig dem Unternehmen auch weiterhin zur Verfügung stehen. Auf seine gerühmte Integrationsfähigkeit will ZF bei der anstehenden Großaufgabe nicht verzichten: der Eingliederung des Aftermarketgeschäfts des amerikanischen Zulieferers TRW, den ZF im vergangenen Jahr übernommen hatte.

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