Ziegler fordert: Beschluss zur Öffnung des Autohandels bis Montag umsetzen

Autor: Doris Pfaff

Der Kfz-Landesverband Baden-Württemberg fordert eine schnelle Umsetzung des gemeinsamen Beschlusses von Bund und Ländern, damit ab kommenden Montag der stationäre Autohandel wieder öffnen könne. Nur durch schnelles Handeln können Betriebe gerettet werden.

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Michael Ziegler ist Geschäftsführer bei der Emil-Frey-Gruppe und zugleich und Vorstandsmitglied des ZDK.
Michael Ziegler ist Geschäftsführer bei der Emil-Frey-Gruppe und zugleich und Vorstandsmitglied des ZDK.
(Bild: EFA)

„Die 62.000 Beschäftigten in unseren 4.100 Autohäusern im Land haben gestern Abend eine gute Nachricht bekommen, dass Autohäuser ohne Ansehen der Quadratmeterfläche ihrer Showrooms wieder öffnen und Fahrzeuge verkaufen dürfen“, kommentiert Michael Ziegler, Präsident des Verbandes des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, den Beschluss von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Ministerpräsidenten der Länder. Nun müsse das zügig umgesetzt und die Autohäuser am kommenden Montag, 20. April, wieder geöffnet werden dürfen.

„Wir bauen auf Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut“, erklärte Ziegler. Durch zahlreiche Gespräche sei beiden die kritische Lage der Branche bekannt. Sie wüssten, dass jedes Auto, das im Automobilhandel aus dem derzeitigen Lagerbestand verkauft wird, die Liquidität der Betriebe und damit Gehälter der Beschäftigten sichere. Die Kfz-Branche habe bisher ihre Hausaufgaben erfüllt und unterstütze die „Regelungen zur notwendigen Hygiene vorbehaltlos“, so Ziegler.

Die Landesregierung hat bereits auf ihrem Portal angekündigt, die am Mittwoch mit der Bundeskanzlerin vereinbarten Lockerungsmaßnahmen auch in Baden-Württemberg ab Montag, 20. April, umzusetzen. Auch den Autohandel will das Land unter Auflage strenger Hygieneregeln wieder zu erlauben.

Automobilindustrie und Zulieferer müssen hochfahren

Für Ziegler ist die schnelle Öffnung der Autohäuser eine Grundvoraussetzung, damit auch die baden-württembergische Automobil- und Zulieferindustrie wieder hochfahren könne. VW in Niedersachsen hatte am Mittwochabend bereits mitgeteilt, dass die Produktion wieder starte. Ziegler: „Ich bin sicher Audi, Porsche, Mercedes und Baden-Württemberg können das auch.“

Ziegler hofft, dass der Anstieg der Betriebe mit Kurzarbeit im Land so gestoppt werden könne. Laut Bundesagentur für Arbeit ging deren Zahl binnen letzter Woche von 79.000 auf 89.000 Betriebe nach oben. Ziegler: „Die schnelle Öffnung und die damit verbundenen zehn Handelstage im April, plus Mai und Juni, lassen uns noch genug von der Frühjahrssaison im Autohandel übrig, dass die unvermeidliche konjunkturelle Delle wenigstens nicht völlig katastrophal ausfällt. Nur wenn jetzt schnell gehandelt wird, lässt sich eine Insolvenzwelle vielleicht noch vermeiden.“

Zu einem Nadelöhr könnten allerdings die Zulassungsstellen werden, die nach wie vor nicht flächendeckend und uneingeschränkt geöffnet haben. Ziegler: „Es ist zwingend notwendig, dass parallel zur Öffnung der Autohäuser auch überall die notwendigen Kapazitäten für die schnelle Zulassung der verkauften Fahrzeuge bereitgestellt werden.“

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Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik