Zentrum für Luft- und Raumfahrt Flüster-Flieger für die Stadt

Quelle: sp-x 1 min Lesedauer

Das DLR entwickelt gerade ein Fluggerät für kurze Startstrecken, reduzierten Lärm und mit einem E-Antrieb, mit dem man künftig einfach über Staus hinwegschweben könnte.

So könnte der Tragschrauber aussehen, an dem aktuell das DLR forscht und entwickelt.(Bild:  DLR)
So könnte der Tragschrauber aussehen, an dem aktuell das DLR forscht und entwickelt.
(Bild: DLR)

Tragschrauber, auch Gyrocopter genannt, gelten als vergleichsweise günstige Möglichkeit, motorunterstützt in die Luft zu kommen. Mit dem Projekt „Stol“ arbeitet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) daran, das Prinzip effizienter und leiser zu machen und perspektivisch auch für urbane Anwendungen weiterzuentwickeln. Nach Vorstellung der Forscher könnten entsprechend ausgelegte Fluggeräte dank reduzierter Geräuschemissionen künftig auch in Städten eingesetzt werden und Staus am Boden umgehen.

Technisch basiert der Tragschrauber auf einem frei drehenden Rotor, der den Auftrieb erzeugt und optisch an einen Hubschrauber erinnert. Anders als bei diesem wird der Rotor jedoch nicht aktiv angetrieben, sondern durch den Fahrtwind in Rotation versetzt. Den Vortrieb übernimmt ein separates, horizontal wirkendes Antriebssystem. Skizzen zu dem neuen Konzept zeigen einen futuristischen Tragschrauber mit verglaster Kanzel und zusätzlichen Mini-Tragflächen, unter denen elektrisch angetriebene, ummantelte Propeller angeordnet sind.

Die Abkürzung STOL steht für „Silent Short Takeoff and Landing“. Das Fluggerät soll also mit kurzen Start- und Landestrecken auskommen und zugleich deutlich leiser als klassische Helikopter sein. Im Fokus des Forschungsprogramms stehen Flugleistung, Sicherheit und Lärmemissionen dieser Tragschrauber-Konfiguration. Parallel erarbeitet das DLR Grundlagen für künftige Zulassungsverfahren, etwa mit Blick auf eine mögliche Zertifizierung durch die European Union Aviation Safety Agency. Dazu zählen Fragen zu Struktur, Fertigung, Flugregelung und Systemintegration.

Für die praktische Erprobung hat das DLR einen Demonstrator aufgebaut. Der rund 400 Kilogramm schwere Prototyp absolvierte bereits erste unbemannte Testflüge, gesteuert von einer Bodenstation. Ausgerüstet mit Batterien, Elektromotoren und vollständiger Flugsteuerung soll er im weiteren Versuchsbetrieb Messdaten liefern, um Effizienz, Stabilität und Geräuschverhalten zu optimieren.

Ergänzend existiert ein verkleinertes Modell, das wie die Skizzen die mögliche künftige Auslegung veranschaulicht. Langfristig zielt das Projekt auf einen leisen, leistungsfähigen Tragschrauber mit Zertifizierungsperspektive.

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