Beresa Zukunftstarifvertrag mit der Gewerkschaft

Von Andreas Grimm

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Angesichts der Veränderungen in der Automobilbranche braucht es Anpassungen – auch in der Lohnstruktur. Um die Mitarbeiter zu halten und zugleich zu motivieren, hat Beresa mit der Gewerkschaft einen Haustarifvertrag verhandelt. Der macht allerdings feine Unterschiede.

Die Mercedes- und Hyundai-Autohausgruppe Beresa (im Bild die Zentrale in Münster) hat für ihre 1.100 Beschäftigten an 17 Standorten einen Haustarifvertrag geschlossen.(Foto:  Beresa)
Die Mercedes- und Hyundai-Autohausgruppe Beresa (im Bild die Zentrale in Münster) hat für ihre 1.100 Beschäftigten an 17 Standorten einen Haustarifvertrag geschlossen.
(Foto: Beresa)

Die Beresa-Gruppe hat mit der IG Metall einen Haustarifvertrag für ihre rund 1.100 Mitarbeiter an 17 Standorten geschlossen. Vorausgegangen waren intensive Verhandlungen mit der Geschäftsführung des Mercedes- und Hyundai-Händlers, die angesichts der vielfältigen Veränderungen in der Automobilbranche zuvor unter anderem Veränderungen in der Gehaltsstruktur der Beschäftigten angestrebt hatte.

Das Ergebnis ist ein „Zukunftstarifvertrag“, wie ihn die IG Metall Niedersachsen/Sachsen-Anhalt in einer Pressemitteilung vom 29. Juni bezeichnet. Die Vereinbarung ist zum 1. Juli in Kraft getreten und gibt beiden Seiten Planungssicherheit. Erstmals kündbar ist die Vereinbarung erst zum 31. Dezember 2030.

Ursprünglich hatte die Beresa-Führung angesichts „notwendiger Investitionen in Millionenhöhe“ für die Zukunftsfähigkeit des Händlers aufgrund der Transformation längere Arbeitszeiten und eine Kürzung des Jahresurlaubs der Mitarbeiter gefordert. Im weiteren Verhandlungsverlauf rückte dann die Zukunftsfähigkeit der Gruppe in den Fokus, die sich in dem Vertragswerk niedergeschlagen hat. Dieser beinhaltet nach Gewerkschaftsangaben folgende Kernthemen:

  • Die Einführung einer neuen „Sonderzahlung 2.0“, sprich einer Gewinnbeteiligung der Mitarbeiter entsprechend der wirtschaftlichen Leistungskraft des Unternehmens.
  • Neuregelung der vorhandenen Besitzstände der Belegschaft: Im Gegenzug für die flexible Gewinnbeteiligung entfällt nach Presseberichten das Urlaubsgeld bis auf einen Sockelbetrag von 1.000 Euro für IG-Metall-Mitglieder bzw. 400 Euro für alle übrigen Beschäftigten.
  • Die Beresa-Gruppe verzichtet auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2030.
  • Investition eines deutlich zweistelligen Millionenbetrags in die Standorte und in neue und zukunftsweisende Geschäftsfelder zur langfristigen Sicherung des Unternehmens und seiner Arbeitsplätze.
  • Weiterbildungsstrategie für die Belegschaft, damit sie für den technologischen Wandel gerüstet ist und mithalten kann.
  • Sicherung einer hohen Ausbildungsquote mit einer fixierten Mindestzahl an Ausbildungsplätzen, um den Fachkräfte-Nachwuchs zu sichern.

„Uns war wichtig, dass nicht nur in neue Hebebühnen oder Ladesäulen investiert wird, sondern die Beresa-Gruppe ganz gezielt auch neue Geschäftsfelder als Autohaus der Zukunft erschließt“, erläutert Markus Wente, Verhandlungsführer der IG Metall, den Sinn des Zukunftsvertrags. Das Unternehmen verstehe sich als einer der führenden Anbieter von Mobilitätslösungen, dafür müssten die Voraussetzungen geschaffen und erhalten werden.

Dass der Vertrag teils zwischen Gewerkschaftsmitgliedern und Nichtmitgliedern unterscheidet, verteidigte Wente. Diese Differenzierung werde man künftig verstärkt in den Fokus stellen, „wenn es darum geht, tarifliche Leistungen zu sichern“.

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