Versteigerung Zweitteuerster Mercedes aller Zeiten: Silberpfeil unter dem Hammer

Von Steffen Dominsky 2 min Lesedauer

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Viel Geld und doch keine hohe Summe? Ein seltener Mercedes-Benz! 196 R von 1954 wechselte im Rahmen einer vergleichsweise schnellen Auktion nun den Besitzer.

Besitzer des Silberpfeils war nicht Mercedes-Benz. Das Fahrzeug gehörte zu einer Kollektion des Indianapolis Motor Speedway Museums. Die Amerikaner haben es nun versteigert, um mit dem Erlös die Sammlung sowie Restaurierungsarbeiten ihres Museums zu finanzieren.(Bild:  Maximilian Balazs)
Besitzer des Silberpfeils war nicht Mercedes-Benz. Das Fahrzeug gehörte zu einer Kollektion des Indianapolis Motor Speedway Museums. Die Amerikaner haben es nun versteigert, um mit dem Erlös die Sammlung sowie Restaurierungsarbeiten ihres Museums zu finanzieren.
(Bild: Maximilian Balazs)

51 Millionen Euro sind viel Geld? Das sehen die Mitglieder des aktuellen deutschen Bundestags vermutlich anders. Denn so viel verdient rund die Hälfte von ihnen außerhalb ihrer regulären Arbeitszeit, quasi nebenher und zusätzlich zu ihrer regulären Abgeordneten-Diät von 11.200 Euro im Monat. Und auch die exakt 51,155 Millionen Euro (inkl. Gebühren), die am vergangenen Samstag ein OIdtimer-Liebhaber für einen seltener Silberpfeil-Rennwagen aus dem Jahr 1954 im Rahmen einer Versteigerung durch das Auktionshauses RM Sotheby's in Stuttgart hingelegt hat, sind, im Vergleich zu den 135 Millionen für ein sogenanntes Uhlenhaut-Coupé, schon fast ein Schnäppchen.

Selbstverständlich war im Vorfeld spekuliert worden, welche Summe der der Mercedes-Benz-Stromlinienwagen erzielen wird. Vielfach wurden 50 Millionen Euro als untere Grenze genannt. Doch die Auktion verlief weniger spektakulär und kürzer als wohl von vielen erwartet. Als erstes Gebot wurden 20 Millionen Euro akzeptiert, danach ging es in 5-Millionen-Schritten weiter nach oben. Nach kurzer Zeit standen 40 Millionen Euro zur Disposition, anschließend ging es zunächst in Millionenschritten weiter. Nach nicht einmal einer Viertelstunde zählte der Auktionator den Wagen bei 46,5 Millionen Euro herunter und rief schließlich ein „Sold” aus ! Der Hammer traf mit lautem Knall auf das Auktionatorenpult.

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Lange Zeit im Museum in Indianapolis daheim

„Diese Auktion hat eine neue Meßlatte für den Wert eines historischen Rennwagens gesetzt. Nach dem historischen Rekord beim Verkauf des Uhlenhaut Coupés vor zwei Jahren erschien hier fast jedes Ergebnis möglich, ich persönlich hätte den Wert näher am Uhlenhaut Coupé gesehen als er letztendlich dann war. Der automobilhistorische Stellenwert dieses Rennwagens mag höher gewesen sein, allerdings muß man bedenken, dass der W 196 R im Handling deutlich anspruchsvoller ist als ein Straßenwagen und dort, d. h. auf der Straße auch nicht bewegt werden darf. Auffällig ist, daß der Zuschlagspreis mit Aufgeld fast exakt den Prophezeiungen des Auktionshauses entspricht. Da kommt dem einen oder anderen der Gedanke, dass dieser Preis bereits im Vorfeld feststand und durch die öffentliche Auktion nur dokumentiert wurde“, kommentiert Frank Wilke, Geschäftsführer von Classic Analytics den Verkauf.

Der Wagen der Baureihe W 196 R mit der Fahrgestellnummer 00009/54 ist nach Angaben des Autobauers eines von vier bekannten komplett erhaltenen Exemplare des Rennwagens. Das nun versteigerte Fahrzeug wurde nach Angaben von Mercedes-Benz von gleich zwei bekannten Rennfahrern gefahren. Im Januar 1955 gewann Juan Manuel Fangio mit dem Wagen den Großen Preis von Argentinien in Buenos Aires. Der britische Rennfahrer Stirling Moss absolvierte mit dem 290-PS-Rennwagen beim Großen Preis von Italien in Monza die schnellste Runde des Rennens. 1965 schenkte Mercedes das Fahrzeug dem Indianapolis Motor Speedway Museum, das mit dem Erlös der Versteigerung den Angaben zufolge die Sammlung und die Restaurierungsarbeiten des Museums finanzieren will.

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