50 Jahre Alpine A 110

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Mit Renault-Unterstützung auf die große Rallye-Bühne

Dank gebündelter Ressourcen und der wendigen A 110 kommt Alpine groß raus. Ein erstes Ausrufezeichen setzt der Beinahe-Sieg von Gérard Larousse bei der Rallye Monte Carlo 1968. Der Alpine-Pilot scheitert nur deshalb, weil Zuschauer am Col de Turini ausgangs einer Kurve Neuschnee auf die Strecke gekippt haben, um das Spektakel noch dramatischer zu gestalten. Die Folge: Larousse, deutlich in Führung liegend, verliert die Kontrolle und kommt von der Strecke ab. Ein Fehlschlag zwar, aber auch ein Vorgeschmack auf kommende Rallye-Erfolge der A 110. Mit ihrem heulenden Motorensound und ihrem tänzelnden, in schnellen Kurven stets nach außen drängenden Heck avanciert die französische Flunder schnell zum Publikumsliebling. Neben der Variante 1300/S etabliert sich ab 1971 besonders die 1600 S als Garant für Siege und Podiumsplätze. Um noch mehr Leistung herauszukitzeln, bohrt der nimmermüde Marc Mignotet den 1,6-Liter-Motor auf 1.798 und später auf 1.860 Kubikzentimeter auf. Als Berlinette 1800 sorgen auch diese hubraumstärksten Versionen auf den Rallye-Strecken für Furore. Mit bis zu 180 PS zählen sie außerdem zu den leistungsstärksten Ausführungen.

Seriensiege und Meistertitel

Krönung der Renault-Alpine-Motorsportaktivitäten ist der Gewinn der internationalen Markenmeisterschaft 1971 und der ersten Rallye-Weltmeisterschaft 1973. In beiden Jahren gelingt den Alpine Piloten obendrein ein spektakulärer Dreifachsieg bei der Rallye Monte Carlo. Zum echten Seriensieger avanciert die A 110 bei der Rallye Lyon-Charbonnières (1968, 1969, 1970, 1971, 1972), dem Coupe des Alpes (1968, 1969, 1971), der Tour de Corse bzw. Rallye Korsika (1968, 1970, 1972, 1973), der Akropolis-Rallye (1970, 1971, 1973) und der Rallye San Remo (1970, 1971, 1973).

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Start ins Turbo-Zeitalter mit der A 110

Noch in anderer Hinsicht schreibt die A 110 Motorsportgeschichte: Für das „Critérium des Cevennes“ 1972 rüsten der experimentierfreudige Motorenspezialist Mignotet und der junge Ingenieur Bernard Dudot das 1600-S-Aggregat mit einem Turbolader aus. Der Motor bringt auf dem Prüfstand 240 PS, für den Renneinsatz wird er vorsichtshalber auf 200 PS gedrosselt. Die Bedenken sind gerechtfertigt: Der nach den Worten von Alpine-Testfahrer Alain Serpaggi mit drei bis vier Sekunden (!) Verzögerung brutal einsetzende Turboschub verlangt akrobatische Fähigkeiten am Volant. Dennoch gelingt dem unerschrockenen Jean-Luc Thérier unter Aufbietung all seines Könnens im ersten Rennen gleich der erste Sieg. Es ist gleichzeitig der erste Erfolg für ein turbogeladenes Fahrzeug im europäischen Motorsport. Für Renault markiert der Triumph beim „Critérium des Cevennes“ den Einstieg in die Turbo-Ära. Früher als die meisten anderen europäischen Großserienhersteller erkennt das Unternehmen das Potenzial aufgeladener Triebwerke im Rennsport. Unter der Federführung Dudots entsteht 1976/77 der erste Turbomotor für die Formel 1. 1978 gewinnt Renault mit Turbo-Power bei den 24 Stunden von Le Mans, und ab 1980 führt der französische Hersteller aufgeladene Motoren auf breiter Front in die Serie ein.

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