50 Jahre Alpine A 110

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Mehr Hubraum, mehr Leistung, mehr Sport

Modellverbesserungen und Modifikationen erfolgen bei der A 110 praktisch laufend. Dies betrifft auch die Motoren. Mitunter sind von ein und demselben Triebwerk mehrere Leistungsstufen parallel im Programm. Leistungsstufe und Motorisierung richten sich danach, ob die Kunden nur „ein bisschen Sport“ („du sport … un peu“), „viel Sport“ („du sport … beaucoup“) oder „leidenschaftlichen Sport“ („du sport … passionnément“) wünschen, das heißt: das Fahrzeug auf der Rallye-Piste einsetzen wollen.

Die Leistung der 1,0-Liter-Maschine steigt bis 1966 auf 80 PS, womit die A 110 erstmals die prestigeträchtige 200-km/h-Marke erreicht. Zum Modelljahr 1964 erweitert Rédélé das Angebot um eine Version mit dem 1.108-Kubikzentimeter-Aggregat aus dem neuen Renault 8 Major (65 PS). Ein Jahr später können die Käufer eine Variante mit dem auf 95 PS gesteigerten 1,1-Liter-Triebwerk des Renault 8 Gordini ordern.

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Das Tuningspektrum bei Alpine ist vielfältig: Je nach Version erhalten die Großserienaggregate aus dem Renault-Regal für den Einsatz in der A 110 größere Einlassventile, schärfere Nockenwelle, andere Kolben, Pleuel, Fächerkrümmer und größere Vergaser. Als Haustuner von Alpine fungieren Amédée Gordini, der in der Szene ehrfürchtig den Beinamen „Le Sorcier”, der Hexer, trägt, und Marc Mignotet, dessen Spezialität die Hubraumerweiterung bis an die Grenze des Machbaren ist.

Neues Spitzenmodell mit Top-Performance

Mit dem A 110 1300/S zeigt Alpine 1965 auf dem Pariser Automobilsalon, was in Sachen Leistungssteigerung alles möglich ist. Für den Einsatz im neuen Spitzenmodell wird das Gordini-Triebwerk auf 1.296 Kubikzentimeter aufgebohrt. Die Leistung steigt auf 120 PS. Das entspricht einer Literleistung von 92,6 PS ganz ohne Aufladung. Das Kraftpaket beschleunigt die A 110 auf bis zu 228 km/h, womit „le Turbot“ endgültig in echte Sportwagenregionen vorstößt. „Die Fahrleistungen des Alpine lassen unsere gängigen Sportwagen beinahe wie zweisitzige Attrappen erscheinen“, jubelt „Auto Motor und Sport“ angesichts der Performance des 1300er-Modells. Die Verlegung des Kühlers vom Heck in die Front gewährleistet eine optimale Kühlung des Motors und sorgt für eine bessere Gewichtsverteilung. Clevere Lösung: Die Kühlwasserleitungen verlaufen im Zentralrohr des Rahmens. An die Stelle des alten Wasserkühlers im Heck kommt ein Ölkühler. Der Benzintank wird deutlich vergrößert und wandert hinter die Sitze. Um besonders lange Etappen bewältigen zu können, behalten manche Wettbewerbsausführungen allerdings das Spritreservoir unter der Fronthaube.

Alpine Modelle jetzt auch vom Renault-Händler

Das Jahr 1965 ist noch in anderer Hinsicht bedeutend für Alpine: Erstmals sind die Modelle aus Dieppe über das Renault-Händlernetz zu kaufen. Damit erhält die engagierte Truppe von Jean Rédélé endgültig die höheren Weihen aus der Konzernzentrale in Billancourt. Speziell für Käufer im Ausland erleichtert dies den Erwerb der französischen Renner erheblich. Außerdem bringt Renault 1965 den R 16 heraus. Der Neuling glänzt nicht nur mit seiner revolutionären Schrägheckarchitektur, auch unter der Motorhaube hat er Aufsehenerregendes zu bieten: den ersten komplett aus Aluminium gefertigten Motor von Renault. Das moderne 1.470-Kubikzentimeter-Triebwerk stößt in Dieppe schnell auf Interesse, denn es bietet bessere Perspektiven für das Tuning als die mittlerweile am Limit angelangten Triebwerke auf Basis des R8-Gordini-Motorblocks. Nur ein Jahr nach seinem Debüt im R 16 feiert der Aluminiumvierzylinder als neue Basismotorisierung für die A 110 Premiere, selbstverständlich standesgemäß leistungsgesteigert: Statt 55 PS wie in der Großserienausführung leistet das Leichtmetallaggregat im A 110-Heck 70 bis 90 PS. Mit dem neuen Leichtmetallaggregat ist die Flunder 180 bis 190 km/h schnell. Außerdem erhält der gallische Renner in allen Varianten zwei große Zusatzscheinwerfer, die ihn noch attraktiver machen.

A 110 1600 S: heißes Eisen für den Sporteinsatz

Getreu der Devise, dass Hubraum durch nichts zu ersetzen ist, legt Rédélé 1968 noch einmal nach und ersetzt die 1,5-Liter-Maschine durch die 1.565-Kubikzentimeter-Variante des Renault 16 TS. Anfangs ist das Triebwerk in Ausführungen bis 102 PS erhältlich. 1969 debütiert als heißes Eisen für den Sporteinsatz die 225 km/h schnelle Alpine A 110 1600 S mit 138 PS. Der 1,6-Liter-Treibsatz kommt wie gerufen, denn ab Ende der 1960er-Jahre stehen Alpine und die A 110 plötzlich bei den großen internationalen Rallyes im Rampenlicht. Bislang ist die Firma aus Dieppe fast ausschließlich bei Wettbewerben innerhalb Frankreichs angetreten. Eine Ausnahme bildeten lediglich Langstreckenrennen. 1968 legen Renault und Alpine jedoch ihre Motorsportaktivitäten zusammen, die Equipe aus Dieppe wird zum offiziellen Werksteam der Régie Nationale. Die neu geregelte Kooperation sieht die Konzentration auf den Rallye-Sport vor.

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