50 Jahre Alpine A 110

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Absatzrekorde durch Rallye-Siege

Die Rallye-Erfolge treiben den A 110-Absatz in ungeahnte Höhen: 1971 verlassen 1.029 Exemplare der Berlinette die Fabrik in Dieppe, so viele wie nie zuvor. Auch die futuristisch gezeichnete, wesentlich komfortablere A 310, die im März des gleichen Jahres ihre Premiere feiert und eigentlich als Nachfolgerin auserkoren ist, kann daran nichts ändern. Erst die Ölkrise 1973 hinterlässt in den Zulassungszahlen deutliche Spuren. Dieppe ist nicht der einzige Produktionsort für die A 110. Auch bei FASA in Spanien, DiNA in Mexico und Willys Overland in Brasilien wird der Kunststoffrenner in Lizenz gebaut. Als einer von wenigen Herstellern aus dem Westen kann Alpine mithilfe von Renault sogar eine Fertigung jenseits des Eisernen Vorhangs organisieren. Zwischen 1968 und 1969 entstehen bei Bulgaralpine in Sofia rund 100 Lizenz-Exemplare der A 110. 1969 und 1970 nehmen Bulgaralpine-Fahrzeuge sogar an der Rallye Monte Carlo teil.

Furioses Karriereende

Nach den Rallye-Erfolgen wendet sich Alpine, wo Renault seit 1973 die Aktienmehrheit innehat, dem Projekt Le Mans zu. Trotz ihres vorgerückten Alters wird die A 110 weiterhin gehegt und gepflegt. So erhält das Modell 1600 SI mit 91 kW/124 PS (1973–1975) erstmals eine Benzineinspritzung. Neu ist auch die Einzelradaufhängung hinten nach Vorbild der A 310 anstelle der Pendelachse. Dennoch neigt sich die Karriere des Klassikers allmählich ihrem Ende zu. Das wissen auch die Fans und bescheren dem knüppelharten Sportgerät, kaum dass der Ölschock vorüber ist, nochmals einen veritablen Boom: 1976 werden 907 Einheiten der heiß geliebten Flunder abgesetzt. Damit erlebt „le Turbot“ 14 Jahre nach seiner Premiere sein zweitbestes Verkaufsjahr. Auf den Rallye-Pisten der Welt glänzt die Berlinette in den Händen von Privatfahrern derweil noch immer mit guten Ergebnissen. Motorseitig frischt Alpine die ehrwürdige Heckschleuder noch ein letztes Mal auf und legt das Modell 1600 SX mit 70 kW/95 PS und nunmehr 1.647 Kubikzentimetern auf. Auch in dieser, im Vergleich zu den Modellen 1300/S und 1600 S deutlich zivilisierten Version macht die A 110 noch immer „starke Männer schwach“, wie die zeitgenössischen Werbetexter dichten.

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Produktionsende nach 7.489 Exemplaren

Doch die Tage der A 110 sind unwiderruflich gezählt. 1977 steht für das Schwestermodell A 310, das bei Alpine bislang eher ein Schattendasein fristet, endlich ein V6-Motor zur Verfügung. Das 110-kW/150-PS-Aggregat treibt die französische Antwort auf den Porsche 911 auf eindrucksvolle 220 km/h Spitze, vom Prestigegewinn durch die zwei zusätzlichen Zylinder ganz abgesehen. Die A 110 kann damit nicht mehr mithalten. So kommt mit dem neuen Top-Modell auch das Aus für den Plattfisch. Im Juli 1977 rollt das 7.489. und gleichzeitig letzte Exemplar von der Montagelinie, ausnahmsweise nicht in Blau, sondern in Grün.

Wie kürzlich berichtet, arbeitet Renault aktuell an einer Neuauflage der legendären Alpine.

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