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50 Jahre Opel Rekord: Der Mittelklasse-Millionär

| Autor / Redakteur: sp-x / Gerd Steiler

1963 ging der Rekord A an den Start und bescherte Opel dank seines amerikanischen Designs einen großen Erfolg. Den Glanz der Rüsselsheimer festigte der Rekord B mit neuen Motoren.

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Der Opel Rekord A/B war ein Verkaufsschlager und belegte einige Zeit Platz zwei in der deutschen Zulassungsstatistik.
Der Opel Rekord A/B war ein Verkaufsschlager und belegte einige Zeit Platz zwei in der deutschen Zulassungsstatistik.
(Foto: Opel)

Als letztes Rüsselsheimer Mittelklassemodell fuhr der Opel Rekord A des Jahrgangs 1963 mit Formen vor, die im Technical Center in Warren, USA, definiert worden waren. Vorbild war dabei das Compact Car Chevrolet Chevy II. Eine Designverwandtschaft, die in manchen Medien kritisiert wurde, aber die Karriere des Rekord A nur beflügelte. Platz zwei in der deutschen Zulassungsstatistik der Jahre 1963 bis 1965 verdankte der 4,51 Meter lange Schrumpf-Straßenkreuzer allerdings auch seinen preiswerten, aber betagten Vierzylinder-Benzinern.

Erst anlässlich eines großen Facelifts gönnte Opel seiner Familienklasse neue Motoren. Mit den jetzt Rekord B genannten zwei- und viertürigen Limousinen, Caravan-Kombis, Coupés und Cabriolets nahmen die laut Werbung „PS-geladenen Wagen“ noch einmal Schwung. Auch zum Status des Produktionsmillionärs reichte es für den Rekord A (1963 -1965) und B (1965 -1966). Zwischen 1963 und 1966 liefen insgesamt 1.184.075 Einheiten des Rekord A/B von den Rüsselsheimer Montagebändern.

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Opel-Marktanteil: 26 Prozent

„Ein Jahr Rekord – ein Rekord-Jahr“, so feierte Opel 1964 die Führungsposition seiner „gehobenen Mittelklasse“ unter den Limousinen der 1,5- bis 1,7-Liter-Klasse durch fast 376.000 produzierte Einheiten. In Deutschland errang der Rekord sogar erneut Rang zwei unter den meistgekauften Autos, gleich hinter dem Käfer. Nicht einmal die im September 1964 eingeführte Kölner Doppelspitze aus 17 M und 20 M (P5) konnte dem Rekord A die Position des Klassenprimus nehmen.

Dennoch: Im ersten Halbjahr 1965 schrumpfte Opels Gesamtmarktanteil von aus heutiger Sicht unglaublichen 26,3 Prozent auf 20,6 Prozent, während Ford von 14,4 auf 19,5 Prozent zulegten. Für die größte europäische GM-Tochter Anlass, Gas zu geben mit einem Revirement bei den Volumenmodellen. Während der Kadett als Neuauflage ins Modelljahr 1966 startete, musste dem Rekord ein gründliches Facelift genügen. Dennoch nannte Opel die Mittelklasse mit neuen Frontscheinwerfern und runden statt eckigen Heckleuchten nun Rekord B. Als Antrieb diente ein moderner Vierzylinder mit obenliegender Nockenwelle, der in der Topversion 66 kW/90 PS aus 1,9-Liter-Hubraum entwickelte.

Späte Anerkennung

Die Resonanz der Kunden auf die aufgefrischte Familienklasse im Zeichen des Blitzes war jedoch ebenso verhalten wie die Kommentare der Fachpresse. Die weiche Fahrwerksabstimmung stand im Widerspruch zum versprochenen Sportwagencharakter, die neu entwickelten Vergaser arbeiteten anfangs unzuverlässig und der völlig neue Rekord C (1966 - 1972) wurde von den Medien frühzeitig angekündigt. Zwar konnte Opel auch vom Rekord B in nur elf Monaten fast 300.000 Einheiten produzieren, im Inland schrumpfte Opels Marktanteil in der Mittelklasse jedoch von über 40 auf 28 Prozent, während es Ford kurzzeitig auf 30 Prozent brachte. Ein kurzzeitiger Rückgang, den der Rekord C im Coke-Bottle-Design ab August 1966 schnell ausgleichen konnte.

Biedere Bürgerlichkeit mit sachlichen, wenn auch amerikanischen Linien allein reichte nicht mehr, was die Rekord A/B sogar noch in der Oldtimerszene zu spüren bekamen. Während die extrovertiert gezeichneten Rekord P2 (1960 - 1963) und Rekord C schnell Kult wurden, kam die Anerkennung für den Rekord im Chevy-Design unverdient spät.

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