75 Jahre Opel-Cabrios

Autor / Redakteur: sp-x / Steffen Dominsky

Auch bei den so genannten Volksautos brauchte man schon früh nicht auf frischen Wind um die Nase zu verzichten. Cabrios von Opel boten bereits vor 75 Jahren das gewisse Extra für die Kundschaft, denen eine Limousine zu bieder war.

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Der Opel Kadett Aero: besondere Version einer „Cabrio-Limousine“.
Der Opel Kadett Aero: besondere Version einer „Cabrio-Limousine“.
(Foto: sp-x)

Seinen 150. Geburtstag feiert Opel dieses Jahr nicht ganz sorglos. Grund zur Freude sollen neue Modelle bringen, so wie das Cabriolet Cascada. Im Segment der Faltdachkünstler haben die Rüsselsheimer bereits große Erfahrung. Vor 75 Jahren lief bei Opel die Produktion des ersten Kadetts an, dies auch als elegante Cabrio-Limousine. Sie kombinierte auf fast ideale Weise Luxus und Lifestyle zu überschaubaren Kosten, wobei man den Begriff Lifestyle zu dieser Zeit sicher noch nicht verwendete.

Das Konzept des offenen Opel passte in eine Zeit, die auch den Volkswagen Käfer hervorbrachte. Die Preise für den Opel begannen bei 2.100 Reichsmark, 1936 für ein vollwertiges Familienauto fast unschlagbar wenig.

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Alles neu machte das Jahr 1962. Der kantige Kadett A wurde gefeierter Kleinwagenstar, der die Bänder im Werk Bochum bis zur Kapazitätsgrenze belastete. Was fehlte im Werksprogramm, war ein verführerischer Luftikus. Lifestyleorientierte Kunden verwiesen die Rüsselsheimer auf das neue Coupé, für die Cabriolets sorgten Karossiers. So schneiderte etwa der Karosseriebauer Welsch in Mayen aus Limousinen und Coupés Cabriolets. Die Fahrzeuge wurden entweder als Neuwagen auf Bestellung geliefert oder es wurden Kundenfahrzeuge umgebaut, wobei die Kosten zwischen 1.800 und 2.300 Mark betrugen. Nicht wenig in Relation zum gerade einmal 5.000 Mark teuren Einstiegspreis für den Kadett. Entsprechend klein blieb die Auflage.

Auch der 1965 lancierte Kadett B wurde nicht werkseitig ins Cabriolet-Programm aufgenommen. Dies gelang erst dem Kadett C von 1973. Schon beim Start des ersten als Weltauto konzipierten Kadett gab es 18 verschiedene Karosserie- und Motorvarianten. 1976 wurden diese ergänzt durch eine Targaversion, die zugleich an die Cabriolet-Limousinen der Vorkriegszeit erinnerte. Beim Kadett Aero konnte jedoch das Mittelteil des Dachs demontiert und im Kofferraum deponiert werden, während das Faltverdeck hinter dem massiven Überrollbügel konventionell zurückgelegt wurde.

Frischen Wind in die Klasse der kompakten Cabriolets für die ganze Familie brachte der Opel Astra der Baureihe G. 147 kW/200 PS beschleunigten den Turbo-Benziner fast bis zur 250-km/h-Marke; alternativ begnügte sich ein Diesel mit 6,4 Liter Normverbrauch. Das Ganze verpackt in gefällige Formen und zu günstigen Preisen – eine Erfolgsformel trotz zahlreicher Konkurrenten. 2006 beugte sich die nächste Astra-Generation dem modischen Zwang des kostspieligen Stahl-Klappdachs. Seinen vorübergehenden Rivalen Ford Focus Coupé-Cabrio konnte der Astra Twin Top zwar bezwingen. Aber erst mit dem Cascada findet Opel jetzt zurück zum preiswerteren und puristischeren Textil-Top. Dafür soll sich der Cascada künftig nicht nur mit VW Golf oder Peugeot 308 anlegen, sondern nach oben orientieren, dort wo Audi und BMW daheim sind und der Saab 9-3 das Feld geräumt hat.

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