Volkswagenkonzern Ärger um die Integration von VW Sachsen in den Konzern

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Seit bald fünf Jahren ist die Integration der sächsischen VW-Betriebe in die Volkswagen AG beschlossene Sache. Doch nun verzögert sich die Umsetzung weiter. Die Arbeitnehmerseite ist alarmiert.

VW Sachsen, im Bild der Standort Zwickau, ist eine eigenständige Gesellschaft im Volkswagenkonzern. Die sollte eigentlich mit VW Pkw zusammengehen. Doch nun hapert die Umsetzung.(Bild:  Volkswagen AG)
VW Sachsen, im Bild der Standort Zwickau, ist eine eigenständige Gesellschaft im Volkswagenkonzern. Die sollte eigentlich mit VW Pkw zusammengehen. Doch nun hapert die Umsetzung.
(Bild: Volkswagen AG)

Großer Unmut bei Volkswagen in Sachsen: Die Mitarbeiter müssen um die für Jahresende geplante Integration in die Volkswagen AG bangen. Die Gewerkschaft IG Metall spricht von einem „schwerwiegenden Vertrauensbruch“. Das Unternehmen gehe damit auf Konfrontationskurs mit allen VW-Beschäftigten in Sachsen, sagte der Leiter des Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen, Jan Otto. „An der Zukunft der hoch produktiven Standorte in Sachsen darf nach wie vor nicht gerüttelt werden“, mahnte Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD). Er erwarte, dass Volkswagen zu den eingegangenen Verpflichtungen stehe.

„Dieser Vertragsbruch ist ein Schlag ins Gesicht aller VW-Beschäftigten in Sachsen“, ergänzte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der Volkswagen Sachsen GmbH, Thomas Aehlig. Die Empörung und die Wut in der Belegschaft sei groß. Man werde den VW-Managern sehr deutlich machen, dass die Mitarbeiter so nicht mit sich umgehen lassen. Die Volkswagen Sachsen GmbH mit ihren Standorten in Zwickau, Chemnitz und Dresden firmiert bisher als eigenständiges Unternehmen. Allerdings wurde 2021 per Tarifvertrag eine Integration in die Muttergesellschaft vereinbart. Die sollte zum Jahresende vollzogen werden. Doch an der Umsetzung hapert es, wie das Unternehmen nun informierte.

„Durch die notwendige Umstellung zahlreicher Systeme in der Volkswagen AG kam es in den vergangenen Monaten zu Verzögerungen, sodass der Prozess mehr Zeit in Anspruch nehmen wird als ursprünglich geplant“, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Darüber hatte zuvor das „Handelsblatt“ berichtet. Es werde nach einer Lösung gesucht, um den Beschäftigten in Sachsen zum 1. Januar einen Arbeitsvertrag der Volkswagen AG anzubieten, hieß es. Dazu gebe es intensive Gespräche zwischen Unternehmen und der Arbeitnehmerseite. Betroffen sind rund 10.000 Mitarbeiter.

Gewerkschafter: Unternehmensleitung schürt Zukunftsängste

Materielle Auswirkungen hätten die Verzögerungen für die VW-Mitarbeiter in Sachsen nicht, hieß es seitens des Unternehmens. Sie seien ihren Kollegen an den westdeutschen Standorten bereits tariflich gleichgestellt. Das gelte für die Entlohnung ebenso wie für die 35-Stunden-Woche. „Wir reden hier nicht über juristische Kleinigkeiten und bloße Formalia“, betonte dagegen Gewerkschafter Otto. „Am 1. Januar muss Schluss sein mit der Sonderrolle der sächsischen VW-Werke im Konzern.“ Einen Bruch von Tarifverträgen werde die IG Metall nicht hinnehmen.

„Wer schriftliche Zusagen gegenüber Beschäftigten nicht einhält, schürt die Zukunftsängste im Betrieb“, konstatierte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Zwickau, Thomas Knabel. „Damit verstärkt Volkswagen die Sorgen, hier werde nur der nächste Stellenabbau oder die Abwicklung ganzer Standorte vorbereitet.“ Das Unternehmen stehe in der Pflicht, dem mit einer verbindlichen Klarstellung entgegenzutreten.

Volkswagen hat mit Überkapazitäten an seinen deutschen Werken zu kämpfen und baut bundesweit 35.000 Stellen bei der Kernmarke ab. Das trifft auch die Standorte in Sachsen. So wurde in der Gläsernen Manufaktur in Dresden die Fahrzeugproduktion eingestellt. In der Zwickauer E-Auto-Fabrik wird nur noch in zwei Schichten produziert und es sollen Modelle an andere Standorte abgegeben werden.

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