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ATU stoppt wegen Corona vorübergehend den Betrieb in allen Filialen

| Autor: Christoph Seyerlein

Werkstätten sind in Deutschland von den angeordneten Ladenschließungen nicht betroffen. Dennoch stellt die Kette ATU wegen der Corona-Krise den Betrieb in allen Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorerst ein. Was das für Kunden und Mitarbeiter bedeutet.

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ATU fährt den Betrieb in seinen Filialen ab Mittwoch herunter.
ATU fährt den Betrieb in seinen Filialen ab Mittwoch herunter.
(Foto: ATU)

Obwohl Werkstätten wegen ihrer Systemrelevanz der Betrieb in Deutschland bislang nicht untersagt ist, schließt die Kette ATU bis auf Weiteres ihre Filialen. Wie das Unternehmen mit Hauptsitz in Weiden in der Oberpfalz mitteilte, gelte das für alle Läden in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Unterbrechung des Filialbetriebs soll ab diesem Mittwoch, 18. März, schrittweise erfolgen. Bestehende Kundenaufträge will ATU abarbeiten. Fahrzeuge, die derzeit in einer der Werkstätten stehen, sollen möglichst zeitnah an die Halter übergeben werden. Anschließend macht die Kette ihre Betriebe dicht. Eingelagerte Reifensätze können bis zum 31. Mai in den Filialen verbleiben. Zusätzliche Kosten sollen Kunden dadurch nicht entstehen. Kunden, die bereits eine Terminvereinbarung in einer ATU-Werkstatt haben, will die Kette kontaktieren und um eine Verschiebung bitten.

Komplett zum Erliegen kommen soll der Betrieb aber nicht. Den Verkauf von Reifen, Kfz-Teilen und weiteren Produkten über den Onlineshop will ATU fortsetzen. Zudem arbeitet das Unternehmen daran, regionale Schwerpunkt-Filialen mit einem Werkstatt-Notbetrieb zu installieren.

Wie lange die Maßnahmen andauern, kann die Werkstattkette aktuell noch nicht abschätzen. Derzeit geht ATU davon aus, dass der Shutdown bis mindestens 4. April bestehen bleibt. Jene Einschätzung will die Unternehmensführung fortlaufend überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Kunden sollen Werkstatt-Termine voraussichtlich wieder ab 14. April buchen können.

ATU will Kurzarbeitergeld beantragen

Die wirtschaftlichen Einbußen, die der Werkstattkette durch die Schließungen entstehen werden, will ATU unter anderem durch die Beantragung von Kurzarbeitergeld abfedern.

ATU-Chef Matthieu Foucart begründete die Entscheidung folgendermaßen: „In dieser außergewöhnlichen Situation, die wir derzeit in Europa wegen der Corona-Krise erleben, muss auch bei ATU der Gesundheitsschutz an erster Stelle stehen.“ Man werde nun alles daran setzen, einen Notservice an einzelnen Standorten sicherzustellen, um Kundinnen und Kunden weiter mobil zu halten.

Helfen soll in der Krise auch die Finanzstärke des französischen Mutterkonzerns Mobivia. Man sei in eine leistungs- und kapitalstarke Gruppe eingebunden, so Foucart. „Dies wird uns erleichtern, diese schwierige Situation zu bewältigen.“

ATU betreibt über 600 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für die Kette arbeiten rund 10.000 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz betrug zuletzt rund eine Milliarde Euro. Seit 2016 gehört das Unternehmen zu Mobivia. Zu dem französischen Konzern zählen insgesamt 19 Marken mit über 2.000 Werkstätten und mehr als 22.000 Mitarbeitern.

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