Kfz-Innung Köln Auch Werkstätten müssen sich vor Cyberkriminalität schützen

Von Konrad Wenz 3 min Lesedauer

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Die gemeinsame Innungsversammlung der Karosseriebauer und des Handwerks in Köln stellte die Cyberkriminalität in den Fokus. Werkstätten und Autohäusern drohen erhebliche Schäden.

Gemeinsame Sitzung (v. l.): Stefan Bäckmann (Kfz-Innung Köln), Paul Laser (Nürnberger Automobil), Holger Parsch (Kfz-Innung Köln), Geschäftsführerin Claudia Weiler, Björn Hering (Netzsicher), Arndt Hürter (Karosseriebauer-Innung Köln).(Bild:  Kfz- und Karosseriebauer-Innung Köln)
Gemeinsame Sitzung (v. l.): Stefan Bäckmann (Kfz-Innung Köln), Paul Laser (Nürnberger Automobil), Holger Parsch (Kfz-Innung Köln), Geschäftsführerin Claudia Weiler, Björn Hering (Netzsicher), Arndt Hürter (Karosseriebauer-Innung Köln).
(Bild: Kfz- und Karosseriebauer-Innung Köln)

Anfang Mai begrüßten der stellvertretende Obermeister der Karosseriebauer-Innung Köln, Arndt Hürter, der Obermeister des Kfz-Handwerks Innung Köln, Stefan Bäckmann, sowie die Geschäftsführerin der beiden Innungen, Claudia Weiler, die Innungsmitglieder zu ihrer gemeinsamen Innungsversammlung in Köln.

Die Formalien, einschließlich des Kassenberichts und der Wahl der künftigen Kassenprüfer für beide Innungen, waren schnell erledigt. Darüber hinaus ging es um die allgemeine Arbeit der Innungen. Beispielsweise berichtete Claudia Weiler, man habe inzwischen die Gesellenprüfung für das Kfz-Handwerk von der Handwerkskammer zurück in die Innung geholt.

In diesem Zusammenhang stellte Weiler fünf neue Kandidaten vor, die ehrenamtlich als Prüfer tätig werden wollen. Alle wurden von den Teilnehmern der Innungsversammlung einstimmig gewählt. Arndt Hürter verkündete, dass die Karosseriebauer-Innung zusätzliche Prüfer im Meisterprüfungsausschuss, insbesondere auf der Arbeitgeberseite, benötige.

Gemeinsam neue Überbetriebliche Lehrgänge anbieten

Zudem wolle die Innung zwei zusätzliche Überbetriebliche Lehrgänge (ÜBL) installieren. Dabei geht es um zwei jeweils einwöchige ÜBL zum Thema Hochvolttechnik und zum Thema Klima-, Airbag- und Rückhaltesysteme im Kfz. Die entsprechenden Qualifizierungsnachweise würden die Prüflinge mit ihrem Gesellenbrief bekommen, allerdings sei hierfür eine zusätzliche Prüfung notwendig. Zu den Kosten der ÜBL konnte Hürter noch nichts sagen. Dennoch wurden beide Lehrgänge mit einer Gegenstimme von den Mitgliedern der Karosseriebauer-Innung angenommen.

Darüber hinaus stellte Weiler die Internetplattform „Ich-liebe-Autos.de“ der beiden Innungen vor. Hier können sich Jugendliche über alle Ausbildungsberufe im Kfz-Handwerk informieren und entsprechende Ausbildungsbetriebe finden.

In einem weiteren Programmpunkt machten Paul Laser, Nürnberger Automobil Versicherung, und Bjoern Hering, Netzsicher, die Teilnehmer der Innungsversammlung auf die zunehmende Cyberkriminalität aufmerksam. Laser erklärte, die Cybersicherheit sei Chefsache und es gebe hier in Autohäusern und Werkstätten noch viel zu tun. Insbesondere in den Bereichen Passwörter, Phishing und Infizierung habe die Cyberkriminalität laut dem Lagebericht des Bundesministeriums für Sicherheit in der Informationstechnik drastisch zugenommen.

Auf die Frage: „Warum sollte sich ein Hacker für die Daten meines kleinen Betriebs interessieren?“, antwortete Laser mit Beispielen aus Autohäusern und Werkstätten. Hier ging es unter anderem um die Erpressung von Lösegeldern und Kontoabbuchungen – den Betrieben seien erhebliche Schäden zugefügt worden. Laser unterstrich, dass in Deutschland jedes zweite Unternehmen im Fokus der Hackerszene stehe.

Fachleute raten Betrieben, einen Notfallplan zu erstellen

Bjoern Hering erklärte, wie er beim sogenannten Ethical-Hacking vorgehe, das in der Regel von Unternehmen in Auftrag gegeben werde. Dabei wurde deutlich, wie einfach Passwörter zu knacken seien, wenn diese im Zusammenhang mit dem Autohaus oder der Werkstatt kreiert würden. Hering, der das professionelle Hacking im Auftrag des Autohauses Trompeter für andere Autohäuser und Werkstätten durchführt, zeigte den Teilnehmern, wie er beim Hacken vorgeht.

Dabei stehen für ihn immer die gleichen Fragen im Vordergrund: Was sieht ein Angreifer von außen, was gibt ein Unternehmen beispielsweise über die Webseite freiwillig preis, was kann ein Hacker mit den Daten anfangen? Werkstätten und Autohäuser müssten sich darüber im Klaren sein, dass etwa 90 Prozent aller Angriffe über die Mitarbeiter des Betriebs kommen würden.

Die beiden Fachleute empfehlen, einen Notfallplan zu installieren, damit im Fall eines Angriffs die zuständigen Mitarbeiter wüssten, was zu tun sei, beispielsweise alle Internetverbindungen unterbrechen. Zudem machte Laser auf die Förderung des Wirtschaftsministeriums in NRW aufmerksam. Demnach können bis zu 80 Prozent der Kosten für Aktivitäten im Bereich Cybersicherheit gefördert werden.

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