Audi-/VW-Partnerverband: „Wir betreiben keinen Schmusekurs"

Von Joachim von Maltzan

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Händlerverbandschef Dirk Weddigen von Knapp antwortet auf die offenen Fragen der Partnerbetriebe des VW-Konzerns.

(Foto:  Achter)
(Foto: Achter)

Der Abgas-Skandal betrifft nicht nur den Konzern und die Kunden. Er belastet in hohem Maße auch die Partnerbetriebe des Volkswagenkonzerns, unabhängig davon, ob es sich um Handels- oder Servicepartner handelt. Sie erwarten besonders in dieser Situation, dass ihre gewählte Vertretung, der Audi- und VW-Partnerverand, ihre Interessen deutlich gegenüber dem Hersteller vertritt. Nicht jeder VW-Partner ist jedoch mit der bisherigen Vorgehensweise des Verbands einverstanden. Eine Reihe von Händlern und Servicepartnern äußerte deutliche Kritik an der Arbeit des Verbands und droht unverhohlen mit der Gründung eines neuen Verbands der Servicepartner. Der Vorsitzende des Audi- und VW-Partnerverbands, Dirk Weddigen von Knapp, hat nun in Form eines Fragen & Antworten-Beitrags eine Reaktion veröffentlicht. Hier die Erklärung im Wortlaut:

„Viele Mitglieder fordern vom Volkswagen- und Audi-Partnerverband im Zusammenhang mit den Abgasmanipulationen eine zielführende und angemessene Interessenvertretung sowie eine verbesserte Informationspolitik des Partnerverbands (VAPV).

Dirk Weddigen von Knapp: Es ist Fakt, dass die Kommunikation des Partnerverbandes sehr zurückhaltend war. Deshalb ist diese Feststellung auch berechtigt und verständlich. Sie spiegelt jedoch auch wider, dass die Hersteller gegenüber dem Verband in einigen Fragen zur Abgasthematik noch immer keine verbindlichen Erklärungen abgegeben haben. Wir können nicht mit vorgezogenen Stellungnahmen und Informationen an die Öffentlichkeit gehen.

Genau hier liegt ein Kernpunkt der Kritik: Die Partnerbetriebe können nicht erkennen, dass der Verband seine Mitglieder über die Schritte und Gespräche mit dem Hersteller ausreichend informiert.

Wenn der Partnerverband bisher nur äußerst verhalten kommuniziert hat, liegt das insbesondere daran, dass wir uns für den diskreten und nicht öffentlichen Verhandlungsweg entschieden haben. Der Verband wird sich in der Öffentlichkeit nicht an Spekulationen beteiligen, sondern sich auf gemeinsam erreichte Gesprächsergebnisse stützen und diese kommunizieren. Diese sind teilweise bereits verkündet worden und stehen bei anderen Themen noch aus.

Um welche konkreten Problemfälle für die Mitglieder handelt es sich konkret?

Die Sorgen unserer Vertriebs- und Serviceorganisation bestehen z. B. bei Fragestellungen aus rechtlicher Sicht, zum Umgang mit der Verkaufsware und den Lagerbeständen sowie zur notwendigen Kompensation des erheblichen zeitlichen und wirtschaftlichen Aufwandes, der zur Bewältigung der Folgen aus der Abgasproblematik entsteht und bereits entstanden ist. Die Abwicklung von Mangelansprüchen in den Betrieben erfordert großes persönliches Engagement aller Mitarbeiter und führt zu einem hohen Aufwand. Ein weiterer Schwerpunkt ist die technisch und wirtschaftlich vertretbare Umsetzung der EA 189-Rückrufaktion. Unsere Partner erwarten jetzt klare Informationen bezüglich der weiteren Vorgehensweise, der Zeitschiene und der Vergütung in Bezug auf die technische Lösung EA 189. Inklusive klarer und individueller Aussagen gegenüber unseren Kunden. Und das betrifft ebenso die CO2-Thematik: Die Partner brauchen dringend klare Aussagen vor Ihren Kunden, welche Fahrzeuge betroffen sind und wie die weitere Aufarbeitung erfolgt.

Gefordert wird von den Verbandsmitgliedern, den Schmusekurs mit den Herstellern aufzugeben und nun vermehrt die Stirn zu bieten.

Dass der Eindruck eines Schmusekurses entstanden ist, bedauere ich persönlich sehr – und dieses Bedauern teilen sicherlich die meisten der gewählten Beiräte, insbesondere diejenigen, die an den bisherigen vielen Gesprächsrunden mit den Herstellern beteiligt waren. An dieser Stelle lohnt jedoch auch ein Rückblick auf die bisher erreichten Ergebnisse, die wir herbeiführen konnten. Als Beispiele seien genannt, welche Korrekturen wir auf die Rechtsempfehlungen der Hersteller eingefordert und erhalten haben. Wir sind mit den Postfächern für rechtliche Anfragen aus dem Handel bei Volkswagen jetzt auf einem guten Weg. Des Weiteren haben wir von Volkswagen Pkw und Nutzfahrzeuge eine Freistellungserklärung eingefordert und bekommen. Mit der Marke Audi sind wir zur Abwicklung von Rechtsfällen und der Freistellung von Kosten nach wie vor in Gesprächen. Die aktuellen Vertriebsmaßnahmen zur Kundenbindung gehören ebenfalls zu den Ergebnissen der Arbeit unserer Beiräte. Als weitere Entlastung der Betriebe konnte auch erreicht werden, dass Volkswagen die Kundenzufriedenheitsbefragung im Verkauf für das nächste Jahr aussetzt. Bedingung dafür waren natürlich die sehr guten Ergebnisse der Partner. Täglich kümmern wir uns zudem um die zahlreichen Anfragen aus den Handels- und Servicebetrieben, die uns erreichen. Ich kann Ihnen versichern, dass wir alles uns mögliche in den letzten Wochen getan haben, um unsere Organisation bei der Bewältigung der täglichen Kundenanfragen und Anwaltsanschreiben zu unterstützen.

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