Autoabos: Machen Hersteller mobil?

Während die Zahl der digitalen Autoabo-Plattformen seit letztem Jahr rasant wächst, ist das Angebot der Autohersteller nach wie vor überschaubar. Wer sich neu auf das Parkett wagt, bewegt sich sehr vorsichtig. Das hat gute Gründe.

| Autor: Julia Mauritz

Toyota ist mit Kinto Flex jetzt auch ins Autoabo-Geschäft eingestiegen, allerdings erst einmal im Rahmen eines Pilotprojekts.
Toyota ist mit Kinto Flex jetzt auch ins Autoabo-Geschäft eingestiegen, allerdings erst einmal im Rahmen eines Pilotprojekts. (Bild: Fleetpool/Toyota)

Wird das digitale Abomodell ein Nischenangebot bleiben für eine kleine, digitalaffine Klientel, oder wird das Abo neben dem Barkauf, dem Leasing und der Finanzierung die vierte tragende Säule im Fahrzeugvertrieb werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein Großteil der Hersteller und Importeure seit zwei Jahren mehr oder weniger intensiv. Studien zur Akzeptanz von Autoabos gibt es wie Sand am Meer. Die meisten kommen zu dem Ergebnis: Die Kunden sind offen für ein solches Angebot.

Die Autohersteller gehen an das Thema dennoch behutsam heran, denn was für den Nutzer denkbar einfach ist, erweist sich für den Anbieter eines Abomodells als extrem komplex. Diese Erfahrung hat auch Volvo gemacht. Das Unternehmen hatte sein volldigitales Aboangebot im Herbst 2018 als erster Autohersteller an den Start gebracht. Als Herausforderung erwies sich vor allem die Logistik: Anfangs noch hatte Volvo den Kunden in Aussicht gestellt, sie notfalls mit einem Interimsfahrzeug binnen zehn Tagen mobil zu machen, mittlerweile stellt der Hersteller die Übernahme des Abofahrzeugs binnen eines Monats in Aussicht. Und auch das ist aktuell nur realisierbar, weil sich im Hintergrund ein Onlineshop für Lagerfahrzeuge verbirgt: „Circa 70 Prozent der Abobestellungen entfallen seit dem Launch des Shops auf Lagerfahrzeuge“, schildert Care-by-Volvo-Geschäftsführer Patrick Wendt. Vor allem die aktuell rasant gestiegene Nachfrage nach Plug-in-Hybriden, bei denen die Lieferzeit Corona-bedingt auf fünf bis sechs Monate gestiegen ist, kann der Premiumhersteller so zumindest im Kern bedienen.

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