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Autohaus Giese in Papenburg ist insolvent

| Autor: Jens Rehberg

Vor dem Hintergrund einer fehlenden Nachfolge ist das Mehrmarkenhaus kurz nach dem Scheitern sehr weit gediehener Verkaufsverhandlungen in finanzielle Schieflage geraten. Jetzt wird ein neuer Investor gesucht.

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Das Autohaus Giese besteht seit 1955.
Das Autohaus Giese besteht seit 1955.
(Bild: Giese Automobile)

Das Autohaus Giese in Papenburg (Opel, Suzuki, Renault und Dacia Service) hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Wie Inhaber Kurt Lion auf Anfrage erläuterte, waren kurz zuvor sehr weit gediehene Verkaufsverhandlungen gescheitert. Dem Betrieb hatte ein Nachfolger gefehlt – Lion hätte mit dem Verkauf sein Lebenswerk übergeben und sich dann in den wohlverdienten Ruhestand zurückgezogen. Nun muss er gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Malte Köster von der Kanzlei Willmerköster erneut auf die Suche nach einem Investor für seinen Kfz-Betrieb gehen.

„Wir haben hier immer Geld verdient“, betont der Händler, der das Autohaus 1989 übernommen hatte. „Wie man auf den Luftbildern auf unserer Homepage sehen kann, haben wir jede Menge Platz", so Lion weiter, „und wir haben eine gute, komplette Mannschaft“. Die 35 Mitarbeiter vermarkteten zuletzt ein Jahresvolumen von rund 800 Fahrzeugen, davon etwa 350 Neuwagen.

Laut dem Insolvenzverwalter läuft der Geschäftsbetrieb in dem Papenburger Unternehmen derzeit ohne Einschränkungen weiter. Die Gespräche über einen Verkauf der Firma sowie der 20.000 Quadratmeter großen Immobilie würden in Kürze wiederaufgenommen. „Viele Unternehmen der Automobilbranche stoßen aktuell an ihre Grenzen“, sagt Rechtsanwalt Malte Köster. „Wenn hinzukommend in einem Unternehmen keine klaren Perspektive für eine Nachfolge besteht, steht die Existenz auf dem Spiel.“

Der Kfz-Betrieb wurde 1955 als „Papenburger Autohaus“ von Josef Giese gegründet. In den Folgejahren gewann das Unternehmen auch überregional an Bedeutung und zählt heute zu den bekanntesten Autohäusern in der Region. Kurt Lion erweiterte 2006 die Angebotspalette neben den Produkten der Marke Opel zusätzlich um Chevrolet. 2010 kamen die Fabrikate Renault und Dacia hinzu, 2015 folgte Suzuki.

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Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«