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Automechanika: Erfolgreicher Start in Kasachstan

Autor / Redakteur: Peter Rehberg / Jens Rehberg

Mit einer weiteren erfolgreichen Premiere in Zentralasien hat die Messe Frankfurt der Internationalisierung ihrer größten Branchenmesse einen weiteren Meilenstein hinzugefügt. In Kasachstans Hauptstadt Nursultan präsentierten sich insgesamt 135 Firmen im Korme Exhibition Center.

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Das Besuchervolumen ist noch entwicklungsfähig – die Qualität der Kontakte war dagegen direkt von Beginn an vielversprechend.
Das Besuchervolumen ist noch entwicklungsfähig – die Qualität der Kontakte war dagegen direkt von Beginn an vielversprechend.
(Bild: Peter Rehberg)

Mit einer weiteren erfolgreichen Premiere in Zentralasien hat die Messe Frankfurt der Internationalisierung ihrer größten Branchenmesse einen weiteren Meilenstein hinzugefügt. Neben den Bereichen Teile, Komponenten, Elektronik und Werkstattausrüstung waren auch Reifen vertreten – zudem unter dem Namen „Futuroad Expo“ Nutzfahrzeuge, die gerade beim weiteren Ausbau der kasachischen Infrastruktur hohe Relevanz für den lokalen Markt haben.

Bereits die erste Veranstaltung einer vollwertigen Automechanika Ende März in der kasachischen Hauptstadt Nursultan zeigte das Potenzial des Standorts im Hinblick auf eine neue, regionale Branchenleitmesse für den automobilen Aftermarket in Zentralasien. Die Zahl der Besucher war mit circa 2.000 (davon 250 aus dem Ausland) nicht vergleichbar mit bereits etablierten Automechanikas, für ausländische Aussteller sind jedoch weniger die klassischen „Werkstattbesucher“ als vielmehr Händler und Importeure ausschlaggebend. Ein deutscher Aussteller beispielsweise war hochzufrieden, da er keinen Wettbewerber auf dieser Messe hatte und nach eigenen Angaben auch gute Umsätze tätigen konnte.

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Erhöhter Wartungsbedarf

Abseits des Messegeländes sieht man selbst im Straßenbild der kasachischen Hauptstadt einen teilweise sichtlich veralteten Fahrzeugbestand mit einem hohen Anteil asiatischer Fahrzeuge. Vor allem der schlechte Zustand der Straßen außerhalb der Ballungszentren bedeutet einen erhöhten Wartungs- und Reparaturbedarf – vereinzelt sind Fernstraßen sogar nur in Schrittgeschwindigkeit befahrbar.

Keine ungünstigen Bedingungen für die Automechanika und deren Aussteller. Zumal signifikante Verbesserungen am Straßennetz im neuntgrößten Land der Erde (2,7 Millionen Quadratkilometer) sich wohl noch Jahrzehnte hinziehen dürften. Nichtsdestotrotz ist Kasachstan die drittgrößte Wirtschaft und das wohl reichste Land Zentralasiens. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt bei umgerechnet knapp 24.000 Euro.

Zurück zum Messegeschehen: Vertreten waren in Nursultan erwartungsgemäß die klassischen Automechanika-Produktgruppen:

  • Teile & Komponenten
  • Elektronik & Elektr. Systeme
  • Zubehör
  • Reparatur & Service
  • Händler- & Werkstatt-Management
  • Autowäsche & -aufbereitung
  • Alternative Antriebssysteme & Digitale Lösungen
  • Reifen

Begleitet wurde die Messe von Seminaren der Automechanika Academy, die auf reges Interesse der Besucher stießen. Die Referenten kamen aus der Industrie, der Marktforschung sowie aus dem kasachischen Verkehrsministerium.

Im Gespräch mit einem Fachgroßhändler, der auch deutsche Marken vertritt, stellte sich heraus, dass chinesische Anbieter zwar stark im lokalen automobilen Aftermarket vertreten sind, bei den Werkstattkunden derzeit jedoch offenbar ein Umdenken stattfindet. War in der Vergangenheit der Preis stark ausschlaggebend, legten die Werkstätten heute mehr Wert auf Qualität und seien – wenn auch zähneknirschend – dazu bereit, höhere Preise hierfür zu bezahlen. Das gelte für Werkstattausrüstung wie für Teile und Zubehör gleichermaßen. Dieser Trend schlug sich auch in den Diskussionen im Rahmen der Seminare der Automechanika Academy nieder.

Insgesamt waren 135 Aussteller aus 15 Nationen auf der Messepremiere in Nursultan vertreten.

Investitionsstau im Kfz-Gewerbe

Im Zuge eines Besuches beim größten Pkw-Mehrmarkenhändler der Hauptstadt – Astana Motors – konnten Interessierte einen Eindruck von den teilweise stark veralteten Werkstattgeräten im Servicebereich gewinnen. Astana Motors zählt jährlich rund 15.000 Werkstattdurchgänge. Angesichts des wachsenden Elektronikanteils in neueren Kundenfahrzeugen gestand der technische Direktor im Gespräch mit den Besuchern ein, dass dringend in neue Werkstattausrüstung investiert werden müsste.

Schließlich äußerten sich Automechanika-Brand-Manager Michael Johannes und Nursultan-Automechanika-Chef Alexei Matveev zufrieden über den Ausgang der Veranstaltung, sehen aber noch viel Potenzial für die nächste Aftermarket-Leitmesse vom 25. bis 27. März 2020 im Korme Exhibition Center.

(ID:45931700)