Berufsbildungsausschuss will die neuen Schwerpunkte vermitteln

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Ein wichtiger Bereich für den erfolgreichen Einstieg in eine Berufsausbildung im Kraftfahrzeuggewerbe ist die Bundesagentur für Arbeit. Sind die Berufsberater in Sachen neue Schwerpunkte schon auf Flughöhe?

Gravendyk: Wir bringen die Berufsberater alle zwei Jahre auf den neuesten Stand. Diese Weiterbildungsveranstaltungen sind gut besucht und, soweit wir es beurteilen können, auch von Erfolg gekrönt. Diese Praxis werden wir fortsetzen. Mindestens genauso wichtig ist die Frage: Wie präsentieren die Betriebe ihr Angebot in den unterschiedlichen Bereichen? Hier sind Berufspraktika und deren aktive Bewerbung ein wichtiger Ansatz, mit dem man potenzielle Auszubildende für den Betrieb gewinnen kann.

Funktionieren neue Instrumente wie soziale Netzwerke und die Azubibörse bei „www.autoberufe.de“ zufriedenstellend?

Gravendyk: Hier müssen wir die Betriebe vielleicht noch konkreter unterstützen. In Zeiten des Smartphones können und dürfen wir diese Bereiche nicht aus dem Fokus lassen.

Eine Baustelle, an der das Kraftfahrzeuggewerbe zurzeit arbeitet, ist ja auch das Berufsbild Automobilkaufmann. Können Sie zum Status quo der Berufsbildentwicklung schon etwas Genaueres sagen?

Lotz: Der Automobilkaufmann ist ein ausgesprochen erfolgreiches Berufsbild, das seit rund 14 Jahren am Start ist. Selbstredend müssen hier Inhalte integriert werden, die seinerzeit noch niemand auf dem Schirm hatte. Federführend ist hier der ZDK mit den Sozialpartnern dabei, den Veränderungsbedarf auszuloten, um eine Verordnung für ein überarbeitetes Berufsbild vorzubereiten. Wir gehen davon aus, dass es 2016 an den Start geht.

Aktuell präferiert das Kraftfahrzeuggewerbe den Automobilkaufmann als Monoberuf im Gewerbe, obwohl fast die Hälfte der kaufmännischen Ausbildungsverhältnisse in Kraftfahrzeugbetrieben unter einer anderen Berufsbezeichnung läuft. Wäre es nicht an der Zeit, den neugeordneten Ausbildungsberuf „Kaufmann für Büromanagement“ in geeigneter Weise zu integrieren?

Lotz: Das Kfz-Gewerbe hat den Ausbildungsberuf Automobilkaufmann mit Bedacht auf den Weg gebracht, weil er die notwendigen Qualifikationen für die Branche am besten abdeckt. Dem Kaufmann für Büromanagement fehlen diverse automobile Momente in der Ausbildung, auf die wir nicht ohne Weiteres verzichten wollen. Die interdisziplinäre Abdeckung der Belange eines Kfz-Betriebs ist mit dem Ausbildungsberuf Automobilkaufmann ohne Frage besser gegeben

Schauen wir noch kurz auf die kaufmännische Weiterbildung. Am naheliegendsten ist die Nutzung der BFC, deren Modulkonzept für Führungskräfte in Kfz-Betrieben eine flexible Weiterbildungsmöglichkeit darstellt.

Lotz: Das Studium an der BFC ermöglicht die Vertiefungsrichtungen Sales Performance, Aftersales Performance und Back Office Performance sowie das Studium Generale. Die Option, eine Vertiefungsrichtung zu wählen, ermöglicht den BFC-Studenten eine Spezialisierung von Anfang an. Somit ist eine Professionalisierung genauso möglich wie eine „Breitenausbildung“. In der Regel vermitteln externe Referenten den Unterricht in der jeweiligen Vertiefungsrichtung. Diese Unternehmer, Führungskräfte, Verbandsgeschäftsführer sowie Repräsentanten von Herstellern und Importeuren beziehen u. a. zu Einzelproblemen der Automobilwirtschaft Stellung.

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