BMW: Ärger um Dienstwagen-Deal mit Lidl und Kaufland

Presse: Bis zu 50 Prozent Rabatt auf den Listenpreis

| Autor: Andreas Wehner

(Bild: Wehner / kfz-betrieb)

BMW hat einen neuen Großkunden an Land gezogen. Die Schwarz-Gruppe, zu der die Handelsketten Lidl und Kaufland gehören, kauft ihre Dienstwagen seit 1. März nicht mehr bei Audi, sondern bei dem Münchner Autobauer. Das sorgt im BMW-Handel aus unterschiedlichen Gründen für Ärger.

Erstmals sind die Partner bei dem Geschäft nämlich komplett außen vor, wie »kfz-betrieb« aus Händlerkreisen erfahren hat. „Das hat es bei BMW in den letzten Jahren so nicht gegeben“, sagte ein BMW-Händler. Für gewöhnlich übernimmt der Handel bei derlei Geschäften zumindest die Auslieferung der Fahrzeuge.

Bei dem Geschäft soll es Informationen von »kfz-betrieb« zufolge um europaweit jährlich 15.000 Fahrzeuge gehen, davon etwa 8.000 in Deutschland. Anders als viele andere Großkunden least die Schwarz-Gruppe die Fahrzeuge nicht, sondern kauft sie und vermarktet sie nach einer Nutzungsdauer von 18 Monaten selbst. Das sei seit Jahren gängige Praxis in dem Unternehmen, heißt es in einer Mitteilung des Einzelhandelskonzerns.

Das bedeutet, dass die Fahrzeuge im Gegensatz zu den üblichen Leasinggeschäften als Gebrauchtwagen nicht in die Handelsorganisation zurückgehen, sondern auf dem freien Markt landen – und das in einem nicht unerheblichen Volumen. 8.000 Einheiten entsprechen fast zehn Prozent der gesamten gewerblichen Neuzulassungen von BMW. „Niemand weiß, wo und zu welchen Preisen diese Autos dann auftauchen“, kritisierte ein BMW-Händler im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Das sei ein erhebliches Risiko, auch für die Restwertentwicklung.

Zudem hat die Schwarz-Gruppe offenbar extrem hohe Nachlässe ausgehandelt. Das „Manager Magazin“ hatte berichtet, BMW gebe bis zu 50 Prozent Rabatt auf den Listenpreis. Audi sei nicht bereit gewesen, mehr als 42 Prozent zu geben.

Kein eigenes Autohaus

In dem Bericht hieß es außerdem, die Schwarz-Gruppe baue aktuell ein eigenes Autohaus in der Nähe ihrer Zentrale auf, um die Fahrzeuge dort künftig direkt zu verkaufen. Das hat das Unternehmen jedoch zurückgewiesen. Stattdessen plane man ein Abwicklungszentrum in Weinsberg, über das der Tauschprozess der Firmenwagen für die Mitarbeiter laufen solle. Die Vermarktung der Firmenfahrzeuge erfolge wie bisher über Großhändler. Anders als vom „Manager Magazin“ berichtet, würden auch die Austauschzyklen nicht verkürzt. Die Gruppe halte an 18 Monaten fest, Abweichungen davon gebe es lediglich in Einzelfällen.

Eine BMW-Sprecherin wollte sich auf Anfrage von »kfz-betrieb« nicht zu dem Geschäft äußern.

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