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BMW-Netz: MHS und Pappas wollen mehr

| Autor: Jens Rehberg

Die beiden österreichischen Autohandelsgruppen bereiten sich offenbar auf ein größeres Engagement im deutschen BMW-Netz vor. Dafür wurde das Starnberger 3.000-Einheiten-Autohaus, das seit Anfang Januar unter der Federführung von Pappas betrieben wird, mit mehr Kapital ausgestattet.

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Die Michael Schmidt GmbH firmiert künftig unter „Schmidt Automobile GmbH“.
Die Michael Schmidt GmbH firmiert künftig unter „Schmidt Automobile GmbH“.
(Bild: BMW-Schmidt)

Die österreichische Pappas-Gruppe hat sich im Rahmen einer Kapitalerhöhung in das deutsche BMW-Geschäft der Wiener MHS-Gruppe eingekauft. Laut einer Pressemitteilung aus der Salzburger Pappas-Zentrale hält das Unternehmen damit seit Jahresbeginn 51 Prozent der entsprechenden Anteile. Bei der Wiener MHS-Gruppe verbleiben 49 Prozent der Anteile am Autohaus Michael Schmidt (BMW / Mini) in Starnberg. Über die Höhe der Investition wollte man bei Pappas auf Anfrage nichts sagen. Der österreichische Mehrmarkenhändler stellt mit Richard Stadler den neuen Geschäftsführer des Starnberger Autohauses mit fünf Standorten. Die Transaktion muss noch durch die Kartellbehörden genehmigt werden.

Wie MHS-Geschäftsführer Martin Bergler im Gespräch mit »kfz-betrieb« betonte, agiere man trotz der künftigen Minderheitsbeteiligung „auf Augenhöhe“ mit Pappas. Ziel der Kooperation sei die Grundlage für „weiteres Wachstum“ im BMW-Netz. Konkrete neue Projekte werde man „zum gegebenen Zeitpunkt“ kommunizieren. MHS-Eigentümer Michael Schmidt hatte den Starnberger Kfz-Betrieb 1994 eröffnet. Der BMW-Betrieb ist mittlerweile mit Filialen in Wolfratshausen, Bad Tölz, Germering und Baierbrunn (Autohaus Baierbrunn GmbH) vertreten. 2018 erzielte das Unternehmen unter anderem mit dem Verkauf von 3.100 Neu- und Gebrauchtwagen einen Umsatz von über 120 Millionen Euro. 230 Mitarbeiter arbeiten auch weiterhin für das Autohaus.

Viel BMW-Knowhow bei Pappas und MHS

Sowohl der alte als auch der hinzu gekommene Eigentümer kennen sich im BMW-Geschäft aus. Pappas übernahm vor drei Jahren die Autofrey GmbH in Salzburg, die neben BMW und Mini auch Jaguar Land Rover vertritt. Das Autohaus mit vier Standorten verkaufte im vergangenen Jahr 3.500 Autos. In Deutschland ist die Pappas-Gruppe seit 2005 aktiv. Seitdem betreibt sie zwei Kfz-Betriebe in Traunstein und Bad Endorf (Mercedes, Smart, Jeep).

MHS ist in Deutschland abgesehen von dem Starnberger BMW-Autohaus noch mit einem Rolls-Royce-Autohaus in München aktiv. In Rumänien vertreibt MHS mit 26 Betrieben circa 75 Prozent des dortigen BMW- und Mini-Volumens. Vertreten werden zudem Opel und VW Nutzfahrzeuge. Außerdem fungiert das Unternehmen in Rumänien als MAN-Importeur. Die MHS-Gruppe beschäftigt insgesamt rund 1.200 Mitarbeiter und vermarktete im vergangenen Jahr circa 8.000 Fahrzeuge.

Die Pappas-Gruppe vertritt nach eigenen Angaben mittlerweile an über 40 Standorten international 20 Pkw- und Nutzfahrzeugmarken. Das Unternehmen setzte zuletzt ein Volumen von rund 36.000 Fahrzeugen ab. Die Gruppe beschäftigt insgesamt etwa 2.800 Mitarbeiter.

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Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«