BMW: Verband will Händlerschaft wieder komplett vertreten

Autor: Stephan Richter

Der neue Präsident des BMW-Händlerverbands, Michael Fritze, schildert im Gespräch mit »kfz-betrieb« die Situation der Handelsorganisation und seine Ziele im Umgang mit BMW.

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(Foto: Richter)

Der neue Vorstand des Verbands der BMW-Händler in Deutschland (VDB) hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb der nächsten zwölf Monate die geteilte Handelsorganisation (HO) wieder zu vereinen. Dazu will der seit einigen Monaten amtierende neue Präsident des VDB, Michael Fritze, ausführliche Gespräche mit den früheren Mitgliedern führen.

In den vergangenen zwei Jahren hatten zahlreiche Händler ihre Mitgliedschaft gekündigt, da sie sich vom VDB gegenüber dem Hersteller nicht mehr ausreichend vertreten gefühlt hatten. Im Moment liege der Organisationsgrad bei 85 Prozent, erklärte Fritze im Gespräch mit »kfz-betrieb« – Fritze strebt die 100 Prozent an. „Es geht nur gemeinsam“, sagte Fritze.

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Oberstes Anliegen des VDB in Richtung Hersteller ist die Renditesituation, die Fritze zufolge weit von dem entfernt ist, was die Unternehmen aktuell und für die Zukunft brauchen. Eine Premiummarke mit den in allen Bereichen definierten hohen Ansprüchen müsse eine Premiumrendite nicht nur im Konzern, sondern auch in der Breite der Handelsorganisation ermöglichen, verdeutlichte Fritze. Dann seien auch die Voraussetzungen für die notwendige Qualifikation der Mitarbeiter und die Investitionsbereitschaft gegeben. Die BMW-Händler bräuchten wieder „Freude am Geschäft“.

Testkäufe bringen Unternehmensgewinn in Gefahr

Einer der ausgetretenen Händler ist Burkhard Weller, Geschäftsführender Gesellschafter der Wellergruppe. Er schließt jedoch eine Rückkehr nicht aus, wenn sich im VDB ein konstruktiv-kritischer Verhandlungspartner gegenüber BMW formiert. Dazu gehöre Weller zufolge auch, dass sich der VDB dringend mit dem von BMW angestrebten Mystery-Verkäufertest befasst. Er soll dieses Jahr erfolgen und sich erheblich auf die Bonuszahlungen für die Händler auswirken. „Das kann und darf nicht passieren, weil der gesamte Unternehmensgewinn dadurch in Gefahr kommen kann. Die Margenabhängigkeit muss weiche Faktoren wie Tests, die der Tagesform der Mitarbeiter unterliegen, ausschließen“, sagte Weller.

Vertrauensvorschuss für VDB-Vorstand

Christian Rönsch, Geschäftsführender Gesellschafter von May & Olde, ist bereits wieder zum VDB zurückgekehrt: „Ich wünsche mir, dass viele Händler folgen. Der neue Vorstand hat einen Vertrauensvorschuss und den Rückhalt der gesamten HO verdient“, sagt Rönsch. Klar sei jedoch auch, dass sich deutliche Veränderungen nicht innerhalb weniger Wochen ergeben, sondern frühestens nach sechs bis neun Monaten mit den ersten Ergebnissen zu rechnen sei. Der VDB müsse behutsam und mit klarer Sicht agieren.

Im „Thema der Woche“ der Ausgabe 10/11 von »kfz-betrieb«, die am 7. März erscheint, lesen Sie mehr zur Situation der BMW-Handelsorganisation und erfahren, was Vertriebsleiter Roland Krüger dazu sagt.

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