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Borgward und ATU beenden Kooperation

| Autor: Andreas Wehner

Von Borgward hat man lange nichts gehört. Nach einem Besitzerwechsel im Frühjahr lagen die Pläne für Europa offenbar auf Eis. Jetzt vermeldete ATU das Ende der Service-Kooperation mit dem deutsch-chinesischen Autobauer. Das befeuert die Gerüchte über einen Rückzug aus Europa.

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(Bild: Borgward)

Um Borgward ist es seit der Übernahme durch das Start-up Ucar still geworden. Das geplante Werk in Bremen? Abgeblasen. Neue Modelle auf dem Markt? Fehlanzeige. Jetzt hat die Werkstattkette ATU das Ende ihrer Service-Partnerschaft mit dem deutsch-chinesischen Autobauer bekanntgegeben. ATU hatte bislang so genannte OEM-Leistungen für Borgward durchgeführt, also Garantie- und Gewährleistungsarbeiten. Diese würden ab 1. Januar 2020 nicht mehr über ATU abgewickelt, teilte ATU am Mittwoch mit.

Die beiden Unternehmen hätten die Zusammenarbeit einvernehmlich beendet. „Mit dem Eigentümerwechsel bei Borgward haben sich die Rahmenbedingungen geändert. Zudem wurden die angekündigten Absatzzahlen nicht erreicht. Damit konnte die Kooperation nicht im geplanten Umfang realisiert werden“, sagte ATU-Chef Matthieu Foucart laut Mitteilung.

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„Ab 01.01.2020 wird die Autodis Group in Luxemburg alle Aufgaben der Borgward Group GmbH bezüglich der Ersatzteilversorgung, des Kundendienstes inklusive der Garantiebearbeitung sowie des Vertriebs übernehmen“, heißt es in der Mitteilung weiter. Das Unternehmen war im Sommer 2018 als erster europäischer Vertriebspartner von Borgward vorgestellt worden.

Wie viele Autos Borgward in Deutschland tatsächlich auf die Straße gebracht hat, ist nicht bekannt. Es dürfte sich aber höchstens um eine niedrige dreistellige Anzahl Fahrzeuge handeln. Bis auf den BX7 TS Limited Edition, den es ab Sommer 2018 in einer kleinen Auflage gab, hatte der Autobauer keines der angekündigten Modelle auf den Markt gebracht.

Alle weiteren Pläne des Autobauers für den europäischen Markt liegen offenbar seit der Übernahme des Unternehmens durch den Fahrdienstleister Ucar im Frühjahr auf Eis. Aus der Stuttgarter Zentrale hört man seitdem offiziell nichts mehr, die letzte Pressemitteilung stammt aus dem Dezember 2018. Gerüchte über einen Rückzug aus Europa kursieren schon seit Monaten.

Von Mitarbeitern getrennt

Viele Mitarbeiter, darunter auch Führungskräfte, haben das Unternehmen inzwischen verlassen. Der Bremer „Weser-Kurier“ berichtete schon im Oktober darüber, dass Borgward sich von einem Großteil der Mitarbeiter in Stuttgart getrennt habe. Das Unternehmen wolle nur noch die Bereiche Design und Entwicklung in Stuttgart belassen, teilte Borgward auf Anfrage der Zeitung mit. Der frühere Chefdesigner Anders Warming jedenfalls steht offenbar nicht mehr auf der Gehaltsliste, ebenso wenig Europachef Tom Anliker.

Und was sagt Borgward dazu? Bislang nichts. Ruft man in Stuttgart an, meldet sich nur eine Bandansage. Auf eine E-Mail-Anfrage von »kfz-betrieb« hat das Unternehmen bis Donnerstagabend ebenfalls nicht reagiert.

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 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«