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Branchennachwuchs überzeugt Jury

| Autor / Redakteur: Edgar Schmidt / Edgar Schmidt

Das Herz des Kfz-Gewerbes schlägt in Nordrhein-Westfalen. Zumindest kommen die beste weibliche und die beste männliche Nachwuchskraft der Branche aus diesem Bundesland.

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Dietmar Korten konnte sich beim Bundeswettbewerb der Kfz-Mechatroniker durchsetzen.
Dietmar Korten konnte sich beim Bundeswettbewerb der Kfz-Mechatroniker durchsetzen.
(Foto: Schmidt)

Motoren und Anlasser, die ihren Dienst verweigern, Autos mit gleich vier verschiedenen Defekten und Türen, die sich nicht mehr verriegeln lassen – was nach dem gut gefüllten Terminkalender eines Kfz-Betriebs klingt, waren die Aufgaben für den Bundesleistungswettbewerb der Kfz-Mechatroniker. Deutschlands beste Nachwuchskräfte waren dazu in den Ausbildungswerkstätten der Handwerkskammer Koblenz gegeneinander angetreten.

Im Unterschied zu einem wirklichen Werkstattauftrag hatten sie allerdings jeweils nur 20 Minuten Zeit, um die anspruchsvollen Aufgaben zu lösen. Außerdem mussten sie gleich an zwei Stationen englisch reden, denn der Bundeswettbewerb soll die jungen Autoexperten auch auf eine eventuelle Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb vorbereiten. Am besten schnitt in diesem Jahr Dietmar Korten aus Nordrhein-Westfalen ab, der sich damit die Goldmedaille sicherte. Auf dem zweiten Platz landete Dominic Eisenbeiser aus Thüringen, Dritter wurde Alexander Bausch aus Schleswig-Holstein.

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Korten hat seine Ausbildung in der Kurt Schoppmann GmbH in Wuppertal absolviert und arbeitet dort auch weiterhin. Parallel dazu bereitet er sich gerade auf seine Meisterprüfung vor.

Zum Bundeswettbewerb hatten sich in diesem Jahr Teilnehmer aus 15 Bundesländern versammelt. In Koblenz mussten sie anspruchsvolle Aufgaben aus den Themenbereichen Fahrzeugsysteme, mechanische Systeme sowie Motormanagement von Otto- und Dieselmotoren bewältigen. Als Prüfer waren Werkstattpraktiker und Schulungsprofis aus dem gesamten Bundesgebiet angereist. Neu in diesem Jahr war eine sogenannte Kombiaufgabe. An dieser Station mussten die jungen Fachleute innerhalb von 1,5 Stunden gleich vier unterschiedliche Fehler in den Autos suchen. Auch diese Aufgabe diente zur Vorbereitung auf internationale Wettbewerbe, bei denen die Suche nach Fehlern an einem Wettbewerbsfahrzeug bis zu 3,5 Stunden dauern kann.

Wichtige Diagnosekompetenz

Im Wesentlichen mussten die Landesmeister Diagnose- und Systemkompetenz beweisen, um bei den vielfältigen Aufgaben zu punkten. An den Stationen galt es, Gründe dafür zu finden, warum ein Fernlichtassistent erst sehr spät entgegenkommende Fahrzeuge erkennt oder warum die Heizung in einem Porsche zeitweise nicht funktioniert.

Natürlich fehlte auch die Motormechanik nicht. Außerdem gehörten eine Achsvermessung, eine Getriebediagnose und die Arbeit an einer Bremsanlage zum Programm. Ferner mussten die Aspiranten verschiedene Aufgaben an der Fahrzeugelektronik bewältigen.

Einen großen Anteil an der Bewertung hatte der Diagnoseweg. Die Prüfer beobachteten sehr genau, ob die Teilnehmer strukturiert und systematisch an die Arbeit gingen oder den Fehler eher zufällig fanden.

Alle Aufgaben hatten Jörg Skiba, Dozent im Bildungszentrum Koblenz, und sein Team gut vorbereitet. Viele Autohäuser der Region hatten die Handwerkskammer mit Fahrzeugen, an denen die Teilnehmer auf Fehlersuche gehen konnten, und mit Prüfern unterstützt.

Mehr Girls ans Auto

Parallel zum Bundesleistungswettbewerb wollte der ZDK auch wieder wissen, wer die talentierteste Frau in der Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin ist. Acht junge Damen aus dem gesamten Bundesgebiet stellten sich dem Wettbewerb. Es siegte Ronja-Debora Stemmer aus Nordrhein-Westfalen, die ihre Ausbildung im Kfz-Meisterbetrieb Borkens in Borken macht. Zweite wurde Sabrina Gerzabeck aus Hessen. Punktgleich auf Platz drei standen nach einem anstrengenden Wettbewerbstag Bianca-Katrin Sobek, ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen, und Ann-Katrin Arkenau aus Niedersachsen.

Auch die Aufgaben für die weiblichen Auszubildenden waren durchaus anspruchsvoll. Sie reichten von der Diagnose von Motormanagement-Systemen und der Beleuchtung bis hin zu Elektrik- und Elektronikproblemen. Alle Teilnehmerinnen zeigten nach Auffassung der Prüfer dabei gute Leistungen.

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