Brembo: Komplettangebot rund um die Bremse

Autor / Redakteur: Ottmar Holz / Ottmar Holz

Stege und Kanäle – klingt maritim, beschreibt aber den inneren Aufbau der neuen PVR-Hochleistungsbremsscheiben. Mit weiteren neuen Produktgruppen wird Brembo zum sportiv orientierten Vollsortimenter.

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Im Testlabor von Brembo wird das Material bis zur Rotglut gequält.
Im Testlabor von Brembo wird das Material bis zur Rotglut gequält.
(Foto: Brembo)

Ob Lamborghini oder Porsche, Ferrari oder BMW – auf Bremssysteme von Brembo setzt die gesamte Automobilindustrie. Doch nicht nur die sportive Elite kommt mit Teilen des Bremsenspezialisten aus Stezzano zum Stillstand, das Unternehmen bietet jetzt auch kostengünstige Austauschbremssättel an. 4.000 Artikelnummern für 2.000 Automodelle von 55 Herstellern decken 95 Prozent der aktuellen Fahrzeugflotte ab. Die aufbereiteten Sättel haben laut Brembo den gleichen Qualitätsstandard wie die Originalsättel. Auch an die Werkstätten wurde gedacht: Die Sättel werden einbaufertig geliefert.

Angepasste Belüftung

Bei hoher Beanspruchung besteht die Gefahr von Wärmerissen und Bruchstellen an der Oberfläche der Bremsscheibe. Bisher setzten Bremsenhersteller auf eine Lamellenbelüftung der Bremsscheiben.

Bei der PVT Plus-Bremsscheibenserie haben die Verbindungsstege (es sind zwischen 30 und 40 Stück in dreilagiger Anordnung, je nach Scheibendurchmesser) eine längere Form als bei vorherigen Modellen. Das erhöht die Beständigkeit gegen Wärmerisse um bis zu 30 Prozent, was wiederum die Nutzungsdauer der Scheibe verlängert. Die bessere Luftzirkulation senkt die Betriebstemperatur um bis zu 30 Prozent und ermöglicht eine längere Nutzung der Bremsbeläge.

Ein weiterer Vorteil ist laut Brembo die Verringerung der Masse der Bremsscheibe um bis zu 10 Prozent, was sich in geringerem Kraftstoffverbrauch und weniger Schadstoffemissionen niederschlägt. Vor allem bringt das geringere Gewicht der sogenannten „ungefederten Massen“ mehr Fahrkomfort und bessere Wendigkeit.

Seit einem Vierteljahrhundert konzentriert Brembo seine Forschung auf die Form der Belüftungskammer. Ein frühes Ergebnis dieser Arbeit war Mitte der 1980er Jahre die PVT-Belüftung (Pillar Venting Technology), die anfangs beim Modell Lancia Thema verwendet wurde. Herkömmliche Lamellen wurden damals durch eine Reihe von Noppen (Verbindungsstege) ersetzt, mit positiver Auswirkung sowohl auf die Sicherheit der Anlage als auch auf die verlängerte Nutzungszeit der Scheibe.

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Um den ständig wachsenden Anforderungen des Markts Rechnung zu tragen, entwickelte Brembo zudem die „T-Pillar“-Belüftung, die man auch patentieren ließ. Diese Belüftung kommt vor allem bei den Nutzfahrzeugmodellen von Iveco zur Anwendung. Wie der Name bereits sagt, haben die äußeren Noppen des Systems eine T-Form, die sich bei schweren Nutz- und Industriefahrzeugen als besonders wirksam erwiesen hat.

Niedrigviskose Bremsflüssigkeit

Auch auf die hydraulische Kraftübertragung hat Brembo jetzt vollen Durchgriff. Drei verschiedene Flüssigkeiten bietet Brembo an:

  • Brembo Brake Fluid DOT 4
  • DOT 4 Low Viscosity
  • DOT 5.1

Die Ausführung „Low Viscosity“ eignet sich nach Herstellerangaben wegen ihrer besonders niedrigen Viskosität für Fahrzeuge der jüngsten Generation mit elektronischer Brems- und Stabilitätskontrolle. Sie ermöglicht eine sehr rasche Reaktionsfähigkeit auf Bremsimpulse.

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