Opel
Scheinwachstum statt echter Kundenliebe
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Bestand und Neuwagenabsatz von Opel sind langfristig im Rückwärtsgang. Die verfehlte Produktpolitik des Ex-Stellantis-Chefs Carlos Tavares wird das Fabrikat wohl noch lange ausbremsen.
Opel-Chef Florian Huettl feierte den knapp 40-prozentigen Absatzzuwachs seiner Marke im ersten Quartal in guter PR-Manier: „Unser junges SUV-Portfolio mit Mokka, Frontera und dem Grandland aus Eisenach ist bei unseren Kunden sehr beliebt, die Nachfrage nach diesen Modellen steigt stetig.“ Tatsächlich liegt der aktuelle Marktanteil lediglich wieder auf dem eher schwachen Niveau des gesamten Vorjahres (4,8 %) – also keine Erfolgsmeldung. Zum einen schloss der Vergleichszeitraum Q1/2025 wegen kaum verfügbarer Mokkas und Grandlands sowie eines Fronteras, der nicht richtig hochlief, außergewöhnlich schwach ab. Zum anderen schwappte der Löwenanteil des jüngsten Volumenzuwachses in ungesunde Kanäle. So drückte Opel im Januar und Februar beispielsweise rund 1.600 Einheiten mehr ins Vermietgeschäft als ein Jahr zuvor und ließ rund 3.000 Fahrzeuge mehr auf die eigene Organisation zu. Der Privatkanal wuchs dagegen lediglich um etwa 900 Fahrzeuge.
Gerade Letzteres macht die Schwäche des aktuellen Produktportfolios deutlich: Privatkunden nehmen Opel nur noch 14 Prozent des Neuwagenvolumens ab – mit weiter abnehmender Tendenz (2024 waren es 16 %). So wenige Endverbraucher sind noch willens, sich einen Wagen mit Blitz zuzulegen, der kein Aktionsfahrzeug ist. Zum Vergleich: Bei VW machte Retail 2025 noch einen Anteil von 26 Prozent aus. Bei Ford waren es 36 Prozent.
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