Chinas Super-Stromer: Next EV Nio EP9

Seite: 2/2

Die Zentrale von Next EV sitzt in Shanghai. Gebaut werden der EP9 und zukünftige Nio-Modelle in Nanjing. Die Konstruktions-, Forschungs- und Entwicklungszentren sind in San José, Peking, Hongkong und London angesiedelt. München beherbergt das Design sowie die Marken- und Produktentwicklung. Im vornehmen Stadtteil Bogenhausen arbeiten derzeit 75 Designer aus 26 Nationen. Next EV hat weltweit knapp 2.000 Mitarbeiter rekrutiert. Nicht wenige kommen von Audi, BMW, Bentley, Aston Martin, Mercedes, Alfa Romeo.

Der EP9 verblüfft die Autowelt zunächst mit Leistungsdaten jenseits aller Normalität. Vier Elektromotoren sollen exakt 1.000 kW liefern. Der Physiker würde von einem Megawatt sprechen, die Stammtisch eher von 1.360 PS. Jede E-Maschine liefert unglaubliche 1.480 Newtonmeter Drehmoment aus dem Stand heraus. Es gehört nicht viel Fantasie dazu zu erahnen, was passiert, wenn das Fahrpedal niedergetreten wird. 2,7 Sekunden sollen für den Sprint von null auf 100 km/h reichen. Nach 7,1 Sekunden sind 200 km/h erreicht. Hier könnte nicht einmal ein Porsche 911 Turbo S mithalten.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 11 Bildern

Die Rücklichter des EP9 würden die Zuffenhausener auch auf der Nordschleife des Nürburgrings sehen. Kürzlich unterbot der China-Kracher dort den Rundenrekord für Elektrofahrzeuge um über 16 Sekunden auf 7:05,12 Minuten. Zum Vergleich: Die Bestzeit des Turbo S liegt bei 7:18 Minuten.

Die geballte Energie des Nio EP9 sitzt in den breiten Seitenschwellern. Jedes Batterie-Paket wiegt 320 Kilogramm und lässt sich bei Bedarf in acht Minuten austauschen. Die Reichweite gibt NextEV mit 427 Kilometern an, mag aber den Zulieferer nicht nennen. Zumindest die Elektromotoren sollen eine Eigenentwicklung sein.

Die Produktion des 4,89 Meter langen und 2,23 Meter breiten EP9 ist limitiert. Auf wie viele, darauf will man sich noch nicht festlegen. „Je nach Auftragseingängen werden es 100 bis 200 Einheiten sein“, sagt Designchef Kris Tomasson, zuvor bei Ford und BMW unter Vertrag.

Zweites Modell soll 2018 kommen

Parallel bereitet die neue chinesische Automarke den Launch eines zweiten Modells vor, deutlich volksnaher als der EP9. Vermutlich handelt es sich um einen viertürigen Crossover. Er soll Ende 2017 vorgestellt werden und 2018 in den Markt gehen. Ebenfalls nur lokal in China. „Obwohl wir bereits global arbeiten, ist unser Bestreben, die Marke zunächst in der Heimat zu etablieren“, sagt William Li. Vor 2020, so ein Insider, wird in Europa kein Nio-Modell auf der Straße sein.

(ID:44394995)