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Daimler-Chef: „Die Showrooms werden kleiner“

| Autor: Christoph Seyerlein

Ola Källenius erwartet im Automobilvertrieb in den nächsten Jahren „nicht weniger als eine Revolution“. Vor allem digitale Angebote will der Daimler-Chef zu Geld machen. Was das für den Handel bedeutet.

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„Das bekannte Vertriebssystem ist nicht kaputt, aber die Digitalisierung wird dafür sorgen, dass wir viele Kosten aus dem Vertrieb herausnehmen können“, sagte Daimler-Chef Ola Källenius beim Ifa-Branchengipfel in Nürtingen.
„Das bekannte Vertriebssystem ist nicht kaputt, aber die Digitalisierung wird dafür sorgen, dass wir viele Kosten aus dem Vertrieb herausnehmen können“, sagte Daimler-Chef Ola Källenius beim Ifa-Branchengipfel in Nürtingen.
(Bild: Hahn/»kfz-betrieb«)

Daimler-Chef Ola Källenius will den Vertrieb in den kommenden Jahren deutlich digitaler aufstellen. Auf den Handel komme in den nächsten Jahren „nicht weniger als eine Revolution“ zu, sagte der Manager am Mittwoch beim Ifa-Branchengipfel in Nürtingen. „Das bekannte Vertriebssystem ist nicht kaputt, aber die Digitalisierung wird dafür sorgen, dass wir viele Kosten aus dem Vertrieb herausnehmen können“, so Källenius weiter.

Der Autohersteller will in dem Zusammenhang digitale Angebote vermehrt in Profit umwandeln. Bis 2025 soll das Ergebnis in jedem Bereich auf eine Milliarde Euro anwachsen. In einigen Märkten, beispielsweise Schweden und Österreich, versucht sich die Kernmarke Mercedes-Benz bereits am Online-Direktvertrieb. „Die Anzahl der Online-Transaktionen hält sich noch in Grenzen, aber wir sind auf dem Weg in diese Richtung“, sagte der Daimler-Chef.

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Zwar behalte gerade im Premium-Bereich die Beratung der Kunden ihre Bedeutung, schränkte Källenius ein. „Der Human Touch ist sehr wichtig, wir werden ihn nicht abschaffen. Kunden wollen, dass sich jemand um sie kümmert, das geht nicht weg.“ Der Handel werde die Veränderungen dennoch spüren, zeigte sich der Schwede überzeugt.

Konsolidierung im Gange

„Die Showrooms werden kleiner werden“, glaubt der Daimler-Chef. „Vielleicht verlagern sie sich auch dorthin, wo Händler klassischerweise nicht sind.“ Stadtzentren seien dafür ein Beispiel, so Källenius.

Im deutschen Mercedes-Händlernetz ist bereits eine starke Konsolidierung im Gange. Zuletzt hatten etwa die nicht ganz kleinen Vertragshändler Tesmer und Sternpartner ihre Fusion bekannt gegeben. Von den Händlern, die dabeibleiben, erwartet der Hersteller aktuell trotz Källenius‘ Thesen am Mittwoch Investitionen in das neue Markenerscheinungsbild.

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