Mercedes-Benz Källenius sieht Bedarf an einem Einstiegsmodell

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Steht die A-Klasse vor einem Comeback? In einem Interview hat Mercedes-Chef Ola Källenius seinen bisherigen Kurs des Rückzugs aus den Einstiegsmodellen revidiert. Die Gründe dafür liegen auf der Hand.

Die Mercedes-Führung sucht neue Verkaufschancen – und entdeckt eine Einsteigerbaureihe. Auf die A-Klasse glaubte man allerdings bis eben noch, verzichten zu können.(Bild:  Hersteller)
Die Mercedes-Führung sucht neue Verkaufschancen – und entdeckt eine Einsteigerbaureihe. Auf die A-Klasse glaubte man allerdings bis eben noch, verzichten zu können.
(Bild: Hersteller)

Von der Luxury-Strategie hatte sich Mercedes-Chef Ola Källenius schon im Sommer ein Stück weit distanziert, jetzt scheint eine weitere zentrale Entscheidung der neueren Mercedes-Strategie zu wackeln: der Rückzug aus dem Kompaktsegment. In einem Interview mit dem „Manager Magazin“ hat der Mercedes-Boss eine Rückkehr der A-Klasse angedeutet – unter welchem Namen auch immer.

Das Auslaufen der Baureihe war in der Vergangenheit von Branchenexperten wie von Händlern recht deutlich kritisiert worden. Die Industrie-Beobachter monierten die wegfallenden Skaleneffekte durch hohe Stückzahlen, die Händler befürchteten abwandernde Kunden, denen ein Einstiegsmodell fehlte. Viele Mercedes-Partner ergänzten ihr Angebot deshalb um Marken wie Hyundai, um ihren Kunden Neuwagen zu günstigeren Preisen anbieten zu können, unter anderem auch für Gewerbekunden.

Nun kam im am Freitag, 24. Oktober, erschienenen Interview die Kehrtwende: „Insbesondere mit Blick auf den europäischen Markt prüfen wir, ein adäquates Einstiegsmodell in die Marke Mercedes anzubieten, wenn die A-Klasse ausläuft“, sagte Källenius. Gleichzeitig verteidigte er die Fokussierung auf Modelle mit hoher Ertragskraft wie die S- und G-Klasse.

Eine bemerkenswerte Begründung für den Kurswechsel sind die Vertriebspartner. „Besonders für unsere europäischen Händler und Märkte sehen wir hier wieder mehr Potenzial“, sagte der Mercedes-Chef, der einst den Ausstieg aus der A-Klasse propagiert hatte. Ein solches Einstiegsmodell könne sich an eine jüngere Zielgruppe richten – „und uns zusätzlich bei der Erreichung unserer CO2-Ziele helfen.“ Nähere Informationen zu dem künftigen Modell lieferte Källenius nicht.

Hinsichtlich der globalen Absatzprobleme verwies Källenius auf diverse Maßnahmen zur Kostensenkung. Die Schließung eines Werkes schloss er dabei aus. Hinsichtlich der CO2-Quoten fordert Källenius, dass ein nicht näher bezifferter Anteil hocheffizienter, elektrifizierter Verbrenner über das Jahr 2035 hinaus erlaubt bleiben müsse. Im Jahr 2050 müsse die Branche aber weiterhin CO2-neutral sein. „Die Hauptstraße dorthin heißt Elektromobilität, das gilt weiter.“

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