Daimler erledigt Großkundengeschäft selbst

Redakteur: Norbert Rubbel

Mit den im Vorjahr gekündigten Vermittlerverträgen für Transporter und Lkw sowie den Einwilligungserklärungen der Kunden zum Datenschutz hat sich die Mercedes-Servicepartnertagung befasst.

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Verbandssprecher Thomas Leseberg bedauert, dass die neuen Vermittlerverträge nur befristet sind.
Verbandssprecher Thomas Leseberg bedauert, dass die neuen Vermittlerverträge nur befristet sind.
(Foto: VVMB)

Der Verband der Vermittler und Servicepartner für Mercedes Benz (VVMB) hat sich nach dem Streit über die Vermittlung von Transportern und Lkw mit seinem Hersteller geeinigt. „Bis auf minimale Details konnten wir jetzt ein Übereinkommen erzielen“, sagte VVMB-Sprecher Thomas Leseberg anlässlich der Servicepartnertagung in Berlin. Schon in den nächsten Wochen soll es einen neuen Vermittlervertrag geben, der dem Verband zur Abstimmung bereits vorliegt.

Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte der Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland (MBVD) seinen 479 Servicepartnern mit Wirkung zum 30. April 2015 die Vermittlungsverträge gekündigt – ohne ein neues Angebot vorzulegen. Verärgert waren die VVMB-Mitglieder vor allem über die Begründung der Vertragskündigung, „dass die Vermittlungstätigkeit nicht mehr zeitgemäß und wirtschaftlich tragbar“ sei.

Befristetes Abkommen

Ob nun alle Servicepartner des Konzerns mit dem neuen Vertrag zufrieden sind, ist allerdings fraglich. Denn das neue Vermittlungsabkommen ist befristet und gilt nur vom 1. Mai dieses Jahres bis zum 31. Dezember 2016. Zudem steht im Folgevertrag, dass Daimler das Großkundengeschäft mit Transportern und Lkw künftig selbst abwickelt. Dadurch geht den Mercedes-Benz-Servicebetrieben ein Vermittlungsvolumen in der Größenordnung von etwa 15 bis 20 Prozent verloren. „Diese Kunden kommen mit ihren Fahrzeugen natürlich weiterhin zum Service in unsere Werkstätten“, hofft Thomas Bartmann, stellvertretender VVMB-Vorstandssprecher. Die Betreuung der Großkunden wie Behörden, Deutsche Post und Edeka sei durch die neuen Vermittlungsverträge jedoch in keiner Weise eingeschränkt.

Daimler will Kundendaten

Ein weiteres Kernthema der Berliner Partnertagung war der Umgang mit der datenschutzrechtlichen Einwilligungserklärung von Kunden. Daimler hat nun auch seine Servicepartner vertraglich dazu verpflichtet, das dafür vorgesehene konzerneigene Tool zu benutzen. Dies bedeutet, dass der Hersteller die personenbezogenen Daten der Vermittler und Servicebetriebe künftig für seine eigenen Werbezwecke nutzen kann. „Wenn Mercedes daraus ein Lead generiert, zum Beispiel für einen neuen Transporter, ist es durchaus möglich, dass der Interessent nicht bei uns landet“, befürchtet Verbandssprecher Thomas Leseberg.

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Der VVMB ist seit 1992 die Interessenvertretung der Mercedes-Vermittler und -Servicepartner der Daimler AG und hat derzeit rund 390 Mitglieder. Mit seiner Leistungsgesellschaft SEMAG (Service- und Marketinggesellschaft der Mercedes-Benz-Vertragswerkstätten) führt er alle zwei Jahre eine Servicepartnertagung und Mitgliederversammlung durch. Eine Infobörse mit Fachabteilungen des Herstellers und rund 50 externen Ausstellern rundete die diesjährige Veranstaltung vom 25. bis 27. Februar in Berlin ab.

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