Nachrüstlampen Damit Oldtimer nicht wie geschminkte Leichen wirken

Von Dipl.-Ing. (FH) Kfz-Technik Peter Diehl 3 min Lesedauer

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Den Automotive-Bereich des Leuchtmittelherstellers Osram gibt es seit 100 Jahren. Aus diesem Anlass präsentierte der Zulieferer in der Motorworld München eine neue Nachrüstlampe für Hauptscheinwerfer historischer Fahrzeuge: Night Breaker LED Vintage H4.

VW Golf II mit Night Breaker LED Vintage H4-Lampen. Warmweißes Licht passt besser zu historischen Fahrzeugen, während kaltweißes Licht den Betrachter irritiert.(Bild:  Diehl – VCG)
VW Golf II mit Night Breaker LED Vintage H4-Lampen. Warmweißes Licht passt besser zu historischen Fahrzeugen, während kaltweißes Licht den Betrachter irritiert.
(Bild: Diehl – VCG)

Nachrüstlampen mit LED-Technik für den Ersatz von H4- und Xenonlampen gibt es inzwischen viele, und von verschiedenen Anbietern – ohne oder mit Straßenzulassung. Üblich ist ein kaltweißes Licht, welches zu jüngeren Fahrzeugen passen mag, bei Oldtimern aber irritiert.

Hierzu ein Zitat aus einer Onlinemeldung von »kfz-betrieb« aus dem Jahr 2023: „Mercedes-Benz W123, VW Scirocco I und II, Wartburg 353 (H4 ab Sommer 1982), Trabant 601 (12 Volt und H4 ab Sommer 1983) oder andere Fahrzeuge aus den Siebziger- und frühen Achtzigerjahren mit LED-Fahrlicht? Theoretisch machbar, praktisch aber ein gruseliger Anblick. Höhere Lichtleistung erzeugende H4-Lampen dürften hier die optisch verträglichere Wahl sein.“

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Nun hat Osram die nach eigener Aussage erste straßenzugelassene LED-Nachrüstlampe mit warmweißem Licht auf den Markt gebracht und im Münchener Oldtimer- und Sportwagenzentrum Motorworld präsentiert. Die Night Breaker LED Vintage H4 bietet – Zitat Osram – „eine Lösung für Oldtimer-Enthusiasten, die Wert auf authentische Optik und moderne Lichttechnik legen. […] Sie kombiniert eine warmweiße Farbtemperatur von bis zu 3.000 Kelvin mit moderner LED-Technologie und sorgt so für eine authentische Lichtwirkung im Stil traditioneller Lampen.“

Der Hersteller verspricht bis zu 330 Prozent mehr Helligkeit im Vergleich zu den Mindestanforderungen der ECE-Regelung R 112 bei zugleich um bis zu 50 Prozent reduzierter Blendung anderer Verkehrsteilnehmer und sechsmal höhere Lebensdauer als konventionelle H4-Lampen. Eine integrierte Elektronik, genannt „Constant Brightness“, sorgt für gleichbleibende Lichtleistung auch bei niedriger oder schwankender Bordspannung. Weil die neuen LED-Lampen keine UV-Strahlung emittieren, werden aus Kunststoff bestehende Reflektoren und Streuscheiben der Scheinwerfer nicht geschädigt.

Mitgeliefert wird stets ein R2-Adapter, sodass die LED-Lampen nicht nur zu H4-, sondern auch zu R2-Fassungen kompatibel sind. Eine von Osram zusammengestellte generelle Kompatibilitätsliste von Nachrüst-LED-Lampen enthält auch Angaben zur Night Breaker LED Vintage H4 und ist unter www.osram.com/nb-led abrufbar. Einige Beispiele:

  • Alfa Romeo 75
  • Audi 50, 89/90 Quattro
  • BMW 3er E21
  • Chevrolet Corvette C5
  • Ford Granada Generation 2
  • Lada Niva
  • Land Rover bis 1984
  • MG B und MG C
  • Mazda MX-5 (NA)
  • Mercedes-Benz R/C 107, W 201, W 126 und W 460
  • Mini
  • Opel Corsa A, Rekord, Commodore, Senator A1/A2, Monza A1/A2
  • Porsche 914, 924 und 944
  • Saab 900
  • Sachsenring Trabant 601 und 1.1
  • Toyota Landcruiser J6/J7
  • Triumph Spitfire, TR5, TR6 und TR7
  • Volvo Amazon, P1800, Serien 200, 700 und 900
  • VW Käfer, Typen 181/182 und 3, Polo, Derby, Golf I, II und III

Anlass der Präsentation war das 100-jährige Jubiläum der Automotive-Sparte des Zulieferers. Als „Geburtsstunde der Automobilbeleuchtung bei Osram“ bezeichnet das Unternehmen die Entwicklung der Bilux-Zweifadenlampe für Abblend- und Fernlicht im Jahr 1925. 1930 folgte die Osram-D-Lampe mit höherer Lichtausbeute, 1971 die H4-Lampe und 1991 die Gasentladungslampe D1 (Xenon). Straßenzugelassene LED-Retrofit-Lampen für die Nachrüstung gibt es bei Osram seit 2020. Der Zulieferer gehört heute zur österreichischen Ams-Gruppe, einem Halbleiterhersteller mit Hauptsitz in Premstätten (Steiermark) und trägt den Namen Ams-Osram AG.

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