Der chinesische Autokonzern Chery steht vor dem Sprung nach Europa. Modell-Möglichkeiten hat der Hersteller einige, darunter der kernige Geländewagen Jaecoo J6. Das vollelektrische Modell würde in Europa Anhänger finden – die Geländetauglichkeit stellt eine Testfahrt unter Beweis.
Ziemlicher Kasten, aber trotz E-Antrieb geländetauglich: der Jaecoo J6 von Chery.
(Bild: sp-x)
Jaecoo heißt die junge Automarke des chinesischen Mehrmarkenkonzerns Chery, die noch in diesem Jahr offiziell in Deutschland an den Start gehen wird. Den Anfang machen das rund viereinhalb Meter lange Kompakt-SUV J7 und etwas später das größere SUV-Modell J8. Beide werden zunächst mit konventionellen Benzinmotoren und später auch als Plug-in-Hybride angeboten.
Noch nicht endgültig entschieden ist dagegen die Einführung des kleineren J6, der rein elektrisch fährt. Doch gerade dieser kantige Stromer lässt die Herzen deutlich höherschlagen als seine Markenbrüder. Neben dem gelungenen Design sind es die guten Fahreigenschaften und die Alltagstauglichkeit, die den Stromer begehrenswert machen.
In China erfreut sich der erst vor wenigen Monaten eingeführte J6 bereits großer Nachfrage, wie Ashely Chen, Brand Manager von Chery Deutschland, erklärt. Allerdings wird das Modell speziell im Reich der Mitte unter dem Markennamen iCar und der Modellbezeichnung 03 verkauft.
iCar? Bei diesem Markennamen denken wohl viele an das einst angekündigte Apple-Auto. Doch die Namensrechte für iCar hatte sich Chery bereits in den Nullerjahren gesichert. Dennoch plant Chery, seine iCar-Modelle außerhalb Chinas unter der Marke Jaecoo zu vermarkten, die 2023 aus der Taufe gehoben wurde.
Kantig, ohne zu kopieren
Ob als 03 oder J6: Der gut 4,40 Meter lange Fünftürer besticht durch eine betont kastige Blechhülle, die wohl nicht ganz zufällig Erinnerungen an kernige Charaktertypen wie die Mercedes G-Klasse oder den Suzuki Jimny weckt. Doch Chery hat dem Thema eine eigene und moderne Note verpasst. Untenrum sorgt eine robuste Beplankung für Abenteuerlook, während die schlanken LED-Lichtsäulen an Front und Heck mit der markanten i-Leuchtengrafik dem Fahrzeug urbanen Chic verleihen. Typisch für ein Elektroauto sind die bündig mit der Blechhaut abschließenden Türgriffe. Neben einer Raffinesse im Detail bietet der J6 auch stimmige Proportionen.
Letzteres gilt auch für den geräumigen Innenraum. Sowohl vorne wie auch hinten ist die Beinfreiheit hervorragend. Der Fahrzeugboden ist durchgehend eben und kommt ohne störenden Kardantunnel aus. Für einen luftigen Eindruck sorgt auch das serienmäßige Panorama-Glasdach.
Der J6 bietet einen gefälligen und modernen Materialmix. Der Arbeitsplatz ist durchaus ansprechend gestaltet, bei der Materialqualität ist allerdings noch Luft nach oben. So sieht der Fahrmodus-Schalter in der Mittelkonsole neben der Ladeschale zwar aus wie ein riesiger Kristall, fühlt sich aber wie Plastik an.
Robuste Optik, aber keine Schalter
An den Türgriffen auf der Innenseite der Türen sind sogar unverkleidete Schraubenköpfe zu sehen. Möglicherweise ist das gewollt, um den robusten Charakter zu betonen. Ansonsten gibt es keine Schalter oder Knöpfe. Zeitgemäß setzt Chery auf ein kleines Cockpit-Display für fahrrelevante Informationen sowie einen 15,6-Zoll-Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts für das Infotainmentsystem und als Bedienoberfläche für viele Fahrzeugfunktionen. Das griffige Lenkrad ist vergleichsweise klein und zudem leicht oval.
Die Heckklappe des J6 ist seitlich angeschlagen. Der dahinter liegende Kofferraum ist ordentlich dimensioniert, verzichtet aber auf clevere Verstauhilfen oder eine Abdeckung. Die Rücksitzlehne lässt sich im Verhältnis 60:40 umklappen. Reicht der Platz nicht aus, können zusätzlich die Sitzflächen nach vorne geklappt und anschließend die Lehnen der Rücksitze flacher gestellt werden, so dass ein durchgehend ebener Ladeboden entsteht. Obwohl es sich um ein reines Elektroauto handelt, verzichtet der J6 auf einen Frunk.
Neben der Basisversion mit 136 kW/185 PS starkem Heckantrieb gibt es den vorerst kleinsten Jaecoo mit zweimotorigem Allradantrieb und 205 kW/279 PS, der den 1,9-Tonner bei Bedarf in 6,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigt. Erstaunlich: Selbst bei vollem Leistungsabruf und trotz nasser Fahrbahn hatten die Räder stets vollen Grip. Zudem fühlte sich der J6 handlich und wendig an, sein Fahrwerk war weder zu weich noch zu hart. Anders als bei den größeren Modellen J7 und J8 mit komfortorientierten Fahrwerken und weicher Lenkung könnte die Abstimmung des J6 auch in Europa funktionieren. Einzig der Bremsweg erschien uns beim Bremstest aus 100 km/h etwas lang.
Stand: 08.12.2025
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CATL-Akku trägt echte 400 Kilometer weit
In Sachen Akkugröße und Reichweite kann sich der J6 sehen lassen. Unser Testexemplar mit einer 70-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Batterie von CATL zeigte bei einem Füllstand von 93 Prozent eine Restreichweite von 469 Kilometern an. In der Praxis sollten also 400 Kilometer möglich sein. Luft nach oben gibt es dagegen beim Aufladen, denn an der Schnellladesäule soll das Tanken von 30 auf 80 Prozent rund 30 Minuten dauern.
Die Preise für das iCar-Pendant liegen in China zwischen umgerechnet 17.000 und 24.000 Euro. Ganz so günstig wird der Jaecoo J6 in Deutschland natürlich nicht zu haben sein. Wenn er denn kommt. Zumindest offiziell wollten Chery-Vertreter bei einer internationalen Fahrpräsentation im chinesischen Wuhu die Pläne für eine Markteinführung in Europa noch nicht eindeutig bestätigen. Für die junge und bislang etwas profillose Marke Jaecoo könnte der J6 aber ein wichtiger Imageträger werden, vor allem, wenn auch der Preis stimmt. Schätzungsweise 2025 könnte der Sympathieträger zu Preisen von vermutlich 35.000 bis 40.000 Euro zu uns kommen.