DAT-Report 2019: Verbraucher wollen eigenes Auto – gerne auch im Abo

„Hohe Investitionsbereitschaft“ beim Fahrzeugkauf

| Autor: Martin Achter

Der neue DAT-Report ist da!
Der neue DAT-Report ist da! (Bild: Achter / »kfz-betrieb«)

In einem Monat dieses Auto fahren, im nächsten Monat zu einem anderen wechseln – alles für einen vereinbarten Pauschalbeitrag, und Service, Steuer sowie Versicherung sind im Preis schon enthalten: Ein Fünftel aller Neuwagenkäufer könnte sich heute vorstellen, die individuelle Mobilität mit dem Auto über Nutzungsmodelle wie Fahrzeugabonnements zu organisieren. Das zeigt der am Donnerstag in Berlin vorgestellte DAT-Report 2019. Unter den Gebrauchtwagenkäufern sind elf Prozent offen für derlei Mobilitätskonzepte.

Andererseits lehnt ein erheblicher Teil der Verbraucher Fahrzeugabonnements ausdrücklich ab: Drei Viertel aller Gebrauchtwagen- und mehr als zwei Drittel (68 Prozent) aller Neuwagenkäufer wollen von flexiblen Nutzungsmodellen aktuell nichts wissen. Der kleine Rest steht Fahrzeugabonnements unentschlossen gegenüber.

Die Möglichkeit, ein eigenes Fahrzeug uneingeschränkt nutzen zu können, ist für Verbraucher nach wie vor von zentraler Bedeutung – dies ist eine wichtige Botschaft aus dem DAT-Report für den Handel: Mehr als neun von zehn Neu- und Gebrauchtwagenkäufer fühlen sich ohne eigenes Fahrzeug in der persönlichen Mobilität eingeschränkt, und ebenso viele sagen von sich selbst, dass sie Spaß am Autofahren haben.

Eine Schlussfolgerung für den Handel aus Marktforschungsergebnissen wie diesen kann es insofern sein, Verbrauchereinstellungen zur Fahrzeugnutzung und zum Fahrzeugbesitz genau zu analysieren und diese mit entsprechenden Vertriebsmodellen zu begleiten. So entwickeln aktuell immer mehr Hersteller und Onlineplattformen Konzepte, mit denen Händler auch Abonnementmodelle umsetzen können.

Der teilweisen Offenheit für Fahrzeugabonnements steht laut DAT-Report auch eine nach wie vor „hohe Investitionsbereitschaft“ von Verbrauchern mit Blick auf den Kauf eines eigenen Fahrzeugs gegenüber. Neuwagenkäufer gaben im vergangenen Jahr im Schnitt rund 31.130 Euro aus (Vorjahr 30.350 Euro), bei den Gebrauchtwagenkäufern waren es im Schnitt 11.780 Euro. Dies entsprach einer Steigerung um 530 Euro gegenüber dem Vorjahr.

Handel wichtigste Offline-Informationsquelle

Als Informationsquelle beim Fahrzeugkauf setzte sich der Handel im aktuellen DAT-Report an die Spitze der Bezugspunkte für den Verbraucher – zumindest was die Informationsmöglichkeiten außerhalb des Internets angeht. Als Grund hierfür sieht die DAT unter anderem den Beratungsbedarf von Verbrauchern hinsichtlich Diesel-Umtauschprämien. 60 Prozent der Neuwagenkäufer nutzten 2018 den Händler als erste Anlaufstelle unter den internetunabhängigen Informationsquellen.

Wichtige Anlaufstelle für Autokäufer im Netz waren Neuwagenportale, auf denen sich 44 Prozent vor dem Fahrzeugkauf umsahen und informierten. Die Händlerwebsite liegt aktuell auf Platz vier der Onlinequellen; 31 Prozent der Verbraucher informieren sich dort beim Fahrzeugkauf.

Auch im Service- und Reparaturgeschäft scheint vielen Autohaltern der persönliche Kontakt zum Autohaus und zur Werkstatt wichtig zu sein. Laut DAT-Report informieren sich vor einem Werkstattbesuch nur 15 Prozent der Verbraucher online. Beim Autokauf holen sich dagegen vier von fünf Kunden Informationen über das Internet ein und nutzen dabei die verschiedenen Kanäle.

Die Bereitschaft, Werkstattleistungen online zu buchen, stagniert. Etwas mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Fahrzeughalter würden Wartung und Service auch via Internet verbindlich vereinbaren, Reparaturarbeiten rund ein Viertel. Der Rest zieht das Gespräch am Telefon oder vor Ort im Betrieb vor.

Onlinebewertungen vor allem für junge Autobesitzer wichtig

Für die Auswahl der Werkstatt sind knapp einem Drittel der Fahrzeughalter (31 Prozent) Onlinebewertungen wichtig. Je jünger die Befragten, desto wichtiger sei diese Form des Kundenfeedbacks, konstatierte die DAT. Vier von fünf Verbrauchern ließen ihre Arbeiten aber nach wie von immer in derselben Werkstatt erledigen.

Für den DAT-Report ließ die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) im vergangenen Jahr im Auftrag knapp 4.000 Verbraucher repräsentativ zu Vertriebs- und Servicethemen in der Automobilwirtschaft persönlich und schriftlich befragen. Dabei handelte es sich um 2.700 Neu- und Gebrauchtwagenkäufer sowie 1.300 Werkstattkunden. Der DAT-Report gilt als wichtiges Nachschlagewerk in der Automobilbranche.

Fahrzeugabonnements, Nutzungstrends bei Verbrauchern und viele andere brandaktuelle Fragestellungen des Automobilhandels werden auch Thema bei den Autovertriebstagen 2019 am 9. Mai in Würzburg sein. Händler, Herstellervertreter und Branchenexperten berichten dort über ihre Erfahrungen und zeigen Perspektiven auf. Für die Veranstaltung der Fachmedienmarke »kfz-betrieb« können sich Teilnehmer aktuell noch zum Frühbucherpreis online anmelden.

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