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DAT-Report 2020: Käufer geben mehr für umweltfreundliche Autos aus

Autor: Martin Achter

Händler können im Verkauf stärker als bisher auf das Umweltbewusstsein von Verbrauchern setzen: Die Ausgabebereitschaft für emissions- und verbrauchsarme Autos ist spürbar gestiegen. Alternative Mobilitätskonzepte bedrohen den Absatz aktuell kaum.

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Breitere Ausgabebereitschaft für umweltfreundliche Autos und verhaltenes Wachstum bei der Akzeptanz alternativer Mobilitätskonzepte: Das sind einzelne Marktdaten, die der DAT-Report 2020 liefert.
Breitere Ausgabebereitschaft für umweltfreundliche Autos und verhaltenes Wachstum bei der Akzeptanz alternativer Mobilitätskonzepte: Das sind einzelne Marktdaten, die der DAT-Report 2020 liefert.
(Bild: Achter/»kfz-betrieb«)

Deutlich mehr Verbraucher als bisher würden beim Autokauf mehr Geld für umweltfreundliche Autos ausgeben. Mehr als zwei Drittel aller Neuwagenkäufer (68 Prozent) wären aktuell bereit, für ein verbrauchsärmeres Fahrzeug tiefer in die Tasche zu greifen, wie aus dem DAT-Report 2020 hervorgeht, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Im Vorjahr hatte die Bereitschaft für Mehrausgaben nur bei etwas mehr als der Hälfte des Käuferpublikums (55 Prozent) bestanden.

Auch bei den Gebrauchtwagenkunden ist dieser Trend zu sehen: 58 Prozent der Käufer von Fahrzeugen aus Vorbesitz würden bei der Anschaffung derzeit mehr Geld hinlegen, wenn ein Auto verbrauchsärmer wäre – eine Steigerung um zehn Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Ähnlich verhält es sich dem Report zufolge, wenn Neu- und Gebrauchtwagenkäufer nach der Ausgabebereitschaft für Fahrzeuge mit einem niedrigeren CO2-Ausstoß gefragt werden.

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Höhere Ausgabebereitschaft oder nicht: Verbraucher kommen auch gar nicht umhin, mehr Geld für Autos auszugeben. Denn die Anschaffung eines Fahrzeugs wird immer teurer. So verzeichnete die DAT im 2020er-Report ein Rekordniveau bei den durchschnittlichen Fahrzeugpreisen, die Verbraucher zahlen – sowohl im Neu- als auch im Gebrauchtwagengeschäft.

12.470 Euro hat ein Gebrauchtwagenkäufer 2019 im Durchschnitt ausgegeben. Dies entspricht dem höchsten Wert, seitdem die DAT ihren Report veröffentlicht. Neuwagenkunden legten im Schnitt 33.580 Euro hin, ebenfalls ein Höchstwert. Die Durchschnittswerte ermittelte die DAT auf Grundlage der Transaktionspreise, die Autokäufer bei der Umfrage mitteilten.

Trotz der Höchstpreise finden alternative Mobilitätskonzepte, die einen Verzicht auf das eigene Auto bedeuten, derzeit bei Verbrauchern noch immer nur vergleichsweise wenig Anklang. Für 16 Prozent der Neuwagenkäufer wäre Carsharing eine Alternative zum eigenen Pkw. Im Vergleichsjahr 2015 war Carsharing noch für 9 Prozent ein denkbarer Ersatz für den eigenen Neuwagen.

Ähnlich verhält es sich bei Gebrauchtwagenkäufern. Unter diesen käme für 18 Prozent das Carsharing grundsätzlich infrage, um ohne eigenes Auto mobil zu sein. 2015 hatte der Anteil noch bei 14 Prozent gelegen. Die Aufgeschlossenheit gegenüber Carsharing ist also gewachsen, allerdings auf überschaubarem Niveau.

Auch im Servicegeschäft verändern sich die Bedarfe der Verbraucher: Den Kommunikations- und Zeitaufwand für eine ausführliche Dialogannahme möchten heute weniger Kunden als noch vor einem Jahr in Kauf nehmen. 57 Prozent legten bei der DAT-Befragung 2019 Wert auf ein solches Gespräch vor der großen Inspektion. 2018 waren es noch 60 Prozent. 41 Prozent geben stattdessen lieber schnell den Schlüssel ab (2018: 38 Prozent).

Für den DAT-Report 2020 befragte das Marktforschungsunternehmen GFK in der zweiten Jahreshälfte 2019 rund 4.000 repräsentativ ausgewählte Verbraucher. Dabei handelte es sich um knapp 2.600 Neu- und Gebrauchtwagenkäufer sowie rund 1.400 Werkstattkunden. Der DAT-Report erscheint seit rund 46 Jahren. Er ist eine der größten Verbraucherstudien rund um den Pkw-Kauf und -Service in Deutschland.

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Über den Autor

 Martin Achter

Martin Achter

Redakteur Management & Handel bei »kfz-betrieb«