235138,176688 DAT-Report: Fahrzeugpreise fallen

Autor / Redakteur: Stephan Richter / Andreas Grimm

Der DAT-Report 2010 hat sinkende Durchschnittspreise für Neu- und Gebrauchtwagen ermittelt. Parallel dazu verzeichnen die Vertragswerkstätten Einbußen im Servicegeschäft.

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Die Effekte der Umweltprämie auf den Kfz-Markt lassen sich detailliert am DAT-Report 2010 ablesen. Insbesondere sind die durchschnittlichen Preise für Neu- und Gebrauchtwagen gesunken, verdeutlichten die Initiatoren bei der Veröffentlichung der Untersuchung am Mittwoch.

Dem DAT-Report zufolge ist der Durchschnittpreis für Gebrauchtwagen auf 8.590 Euro gefallen, das sind 100 Euro weniger als im Jahr zuvor. Für Neuwagen zahlten die Kunden im Schnitt 22.520 Euro. Im Jahr 2008 waren noch 25.990 Euro fällig. Die deutliche Differenz erklärt sich aus dem Kleinwagenboom, den die Umweltprämie auslöste. Insgesamt kamen 9,8 Millionen Pkw in neue Hände: 3,8 Millionen Neuwagen und 6 Millionen Besitzumschreibungen bedeuten ein kummuliertes Plus von 6,7 Prozent gegenüber 2008.

Beim Blick auf die Umsätze in den Sparten Neu- und Gebrauchtwagenhandel sowie Privatverkauf kommt Letzterer am schlechtesten weg. Er verliert 18,5 Prozent. Der Neuwagenhandel verbucht ein Plus von 4,8 Prozent, der Gebrauchtwagenhandel verzeichnet einen Anstieg um 1,2 Prozent. Insgesamt liegt der durchschnittliche Umsatz 6,7 Prozent über den Werten von 2008.

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Weniger Umsatz mit dem Servicegeschäft

Rückläufig entwickelte sich laut dem DAT-Report dagegen das Servicegeschäft. Das Minus von 9,4 Prozent erklärte Volker Prüfer, Geschäftsführer der DAT Group, zum einen mit einer verbesserten Qualität der Fahrzeuge. Zudem seien die Besitzer sparsamer geworden und die Umweltprämie habe einen großen Teil der alten Fahrzeuge vom Markt verdrängt. „Die Verhaltensweise der Konsumenten hat sich durch die Finanzkrise nachhaltig verändert. Die Kunden sind zurückhaltender mit ihren Investitionen“, sagte Prüfer.

Als eindeutige Verlierer nennt Prüfer die Vertragswerkstätten, der freie Markt habe dagegen zugelegt. Prüfer begründet diesen Trend auch mit der Politik der Versicherungen, bei Unfallschäden die Fahrzeuge bewusst zu freien Werkstätten zu lenken.

Kosten für Mobilität steigen an

Traditionell befasst sich die DAT mit der Frage, wie viel Geld ein Autofahrer im Lebensalter von 18 bis 72 Jahren für seine Mobilität investieren muss. Bei einem gleich bleibenden Preisniveau ergibt diese Auswertung für 2009 einen Betrag von 315.198 Euro, 2008 waren es noch 312.942 Euro. Zum Vergleich: 1997 lag der Wert bei 253.209. Merklich gestiegen ist in der Gesamtkostenrechnung der Anteil der Versicherungen (+ 4,9 Prozent) sowie der Mineralölkosten (+ 7,5 Prozent) im Vergleich zu 1997.

Gesunken ist dagegen die Zahl der Fahrzeuge, die ein durchschnittlicher Fahrer in seinem Leben kauft. In den vergangenen Jahren ermittelte der DAT-Report insgesamt neun Fahrzeuge pro Fahrer, die aktuelle Erhebung kommt nur noch auf acht Autos: drei Neu- und fünf Gebrauchtwagen.

Interessenten können den DAT-Report 2010 ab sofort als PDF-Download nutzen. In gedruckter Form liegt er zudem der Ausgabe 16 der Fachzeitschrift »kfz-betrieb« bei, die an diesem Donnerstag, 22. April, erscheint. Weitere Exemplare des Reports können Sie hier bestellen.

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