DAT: Unfallschäden automatisch kalkulieren

KI-gestützte Bildanalyse für automatisiertes Schadenmanagement

| Autor: Dr. Holger Schweitzer

Die DAT widmet sich dem Thema „automatisierte Prozesse im Schadenmanagement“: Bilder von Unfallschäden sollen automatisch analysiert und Kosten kalkuliert werden.
Die DAT widmet sich dem Thema „automatisierte Prozesse im Schadenmanagement“: Bilder von Unfallschäden sollen automatisch analysiert und Kosten kalkuliert werden. (Bild: Deutsche Automobil Treuhand GmbH)

Mit künstlicher Intelligenz Unfallschäden erfassen und kalkulieren: Wie dies in Zukunft machbar sein soll, erklärte die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) im September auf der Bundestagung des Kfz-Gewerbes in Berlin. Helmut Eifert, DAT-Geschäftsführer, erläuterte, dass es für das Unternehmen darum gehe, die praktischen Vorteile künstlicher Intelligenz herauszuarbeiten und Kunden in der Produktlinie Silver-DAT anzubieten.

Im Mittelpunkt steht hierbei eine KI-basierte Bildanalyse, die die Organisation derzeit mit verschiedenen Kunden testet. Ziel ist es, Fahrzeuge, Karosserieteile und Schäden mit unterschiedlichen Schweregraden zu erkennen und in Verbindung mit dem Silver-DAT Modul „Fast-Track-AI“ automatisiert zu kalkulieren. Die Bilderkennung soll dabei Teil eines digitalen Prozesses sein, an dessen Ende ein qualifizierter Kostenvoranschlag oder ein Gutachten mit belastbaren Schadenkosten steht.

Eifert zufolge haben die Experten des Unternehmens bereits die einzelnen digitalen Informationen zu Fahrzeugen sowie deren Ersatzteilen und die dazugehörigen Arbeitswerte für Anwendungen mit künstlicher Intelligenz vorbereitet. Reparaturumfänge ließen sich so ziemlich treffsicher kalkulieren. Dies gilt laut dem Geschäftsführer auch für die Erkennung des Schweregrads eines Schadens. Damit lasse sich sachkundig entscheiden, ob ersetzt werden muss oder instandgesetzt werden kann, so Eifert.

Ausnahme Strukturschäden

Der Technologie sind laut Unternehmensangaben jedoch noch Grenzen gesetzt, insbesondere beim Kalkulieren von Strukturschäden. Hier sei der geschulte und „analoge“ Blick eines Sachverständigen immer noch verlässlicher als die KI-Modelle, betont Eifert.

Jens Nietzschmann, DAT-Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung, ergänzt: „Es ist völlig klar, dass die Lösung nicht für Schäden eingesetzt werden kann, bei denen die Karosseriestruktur beispielsweise an A-Säulen und Längsträgern betroffen ist. Bei diesen Fällen ist nach wie vor die Inaugenscheinnahme erforderlich, am besten durch einen Kfz-Sachverständigen.“

Laut Nietzschmann solle dies die Branche aber nicht davon abhalten, die KI-Technik in absehbarer Zeit zumindest für Schäden zu nutzen, für die eine schnelle Abwicklung in Frage kommt. Künstliche Intelligenz sei unvermeidlich im Anmarsch und solle deshalb, wo möglich, eingesetzt werden, so der DAT-Experte.

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