E-Tron GT „Der attraktivste Audi aller Zeiten“ startet bei knapp 100.000 Euro

Autor: Christoph Seyerlein

Am Dienstagabend enthüllte Audi den E-Tron GT. Mit den Auslieferungen will der Hersteller im Mai beginnen. Auf der Straße wird das Auto vorerst aber nur sehr selten zu sehen sein.

Firmen zum Thema

Audi hat den E-Tron GT – hier als RS-Variante – vorgestellt.
Audi hat den E-Tron GT – hier als RS-Variante – vorgestellt.
(Bild: Audi)

„Der Aufbruch in eine neue Ära“, „die nächste Ikone“, „der attraktivste Audi aller Zeiten“ – bei der digitalen Weltpremiere des Audi E-Tron GT geizte das Management der Ingolstädter nicht mit Superlativen. Zweifelsohne ist die neue Elektro-Speerspitze des Herstellers ein Hingucker. Oder wie es Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann ausdrückte: „Hier vereinen sich Leidenschaft, Mut und Neugier.“

Das Ergebnis, fügte Wortmann an, sei Vorsprung. Das Auto solle den Markenclaim „Vorsprung durch Technik“ zum Leben erwecken, erklärte auch Audi-Chef Markus Duesmann. Schließlich war die VW-Tochter diesem zuletzt nicht immer gerecht geworden, hatte selbst Volkswagen-Boss Herbert Diess zuletzt angemerkt.

Audi E-Tron GT: Das schöne Biest
Bildergalerie mit 8 Bildern

Ab Mitte Mai soll der E-Tron GT der Marke neuen Glanz verleihen. Dann beginnt Audi mit den Auslieferungen. Die Preise beginnen bei 99.800 Euro, die besonders sportliche RS-Variante wird mindestens 138.200 Euro kosten.

Zum Start wird es unter anderem ein Sondermodell geben, wie einem Schreiben des Herstellers an Audi-Händler zu entnehmen ist, das »kfz-betrieb« vorliegt. Die Sonderedition ist weltweit auf 100 Einheiten limitiert. Nach Deutschland gehen davon 25. „Im Kern geht es bei diesem Sondermodell um zwei Themen: Schnelle Verfügbarkeit nach Markteinführung und natürlich darum etwas Exklusives zu haben“, erklärt Audi das Vorgehen. Die 100 Fahrzeuge würden „nur besondere Audi Sport Kunden fahren“.

Auch später soll der E-Tron GT einen relativ exklusiven Charakter behalten. Keine 10.000 Stück will Audi pro Jahr in den Neckarsulmer Böllinger Höfen produzieren. Man sei aber in der Lage, das bei entsprechender Nachfrage hochzuschrauben, betonte Audi. Als größten Markt für das Modell hat der Hersteller die USA im Visier. Rund 50 Prozent aller Modelle sollen in die Staaten gehen. Für Europa ist ein Viertel eingeplant.

Technik des Konzern-Bruders Porsche Taycan

In der Entwicklung hat Audi an vielen Stellen auf Technik des Konzern-Bruders Porsche Taycan zurückgegriffen. Er baut auf der J1-Plattform auf, die man auch vom Zuffenhausener E-Sportwagen kennt. Zunächst wird Audi lediglich eine 800-Volt-Batterie mit 85 kWh. Die Leistungsstufen des Autos liegen bei 350 kW (476 PS) und 440 kW (598 PS).

Innerhalb von nur fünf Minuten soll das Auto an Schnellladesäulen Strom für 100 Kilometer nachladen können, zu 80 Prozent soll die Batterie bereits nach 23 Minuten wieder voll sein. Drehstrom (AC) an gewöhnlichen Steckdosen kann das Fahrzeug standardmäßig mit 11 kW beziehen. Optional soll kurz nach Marktstart eine Erhöhung auf 22 kW bereitstehen. An Schnellladesäulen mit Gleichstrom ist eine Ladeleistung von bis zu 270 kW möglich.

„Nachhaltigkeit ist das neue Premium“

Maximal verspricht Audi eine Reichweite von 488 Kilometern. Die „Standard“-Variante schafft den Sprint von 0 auf 100 km/h in 4,1 Sekunden, der RS sogar in 3,3. Bei Tempo 245 beziehungsweise 250 greift dann die elektronische Abriegelung ein. Für kurze Sprints können Sport-Liebhaber auf einen 50-PS-Boost zurückgreifen.

Weitere Daten: 4,99 Meter ist das Auto lang, 1,96 breit und 1,41 hoch. Das Mitfahren will Audi Passagieren durch Aussparungen in der Batterie bequemer machen. Das verschafft etwas mehr Fußraum. Außerdem spielt Audi bei seinem Elektro-Renner nicht nur auf Leistung und Design, sondern auch die Öko-Karte. Der Hersteller nutzt im Innenraum verschiedene Recycling-Materialien. Beispielsweise hat Audi alte Plastikflaschen und Fischernetze wiederverwendet. Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann betonte am Dienstagabend: „Nachhaltigkeit ist das neue Premium“.

(ID:47121971)

Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«