Jahresbilanz 2024 Der Gebrauchtwagenmarkt legt zu – und hat noch Luft nach oben

Von Andreas Grimm 1 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Gebrauchte sind wieder verfügbar, die Nachfrage steigt. Doch trotz gut 7 Prozent mehr Besitzumschreibungen ist nicht alles perfekt im Second-Hand-Geschäft.

Die Zahl der Pkw-Besitzumschreibungen hat 2024 deutlich zugelegt. Auch gebrauchte Lkw waren gefragt.(Bild:  Achter – VCG)
Die Zahl der Pkw-Besitzumschreibungen hat 2024 deutlich zugelegt. Auch gebrauchte Lkw waren gefragt.
(Bild: Achter – VCG)

Der deutsche Gebrauchtwagenmarkt hat im vergangenen Jahr deutlich zugelegt. 6.479.953 Pkw wechselten in den zurückliegenden zwölf Monaten den Halter. Das waren 7,4 Prozent mehr als im Jahr 2023. Damit steht die Entwicklung in deutlichem Gegensatz zur schwachbrüstigen Neuwagennachfrage. Seinen Beitrag zum Aufwärtstrend hat der Dezember geleistet: Im Schlussmonat wurden 446.675 Wagen umgeschrieben (+3,5 %).

Die laufende Entwicklung fügt sich ein in den Aufwärtstrend der letzten Jahre. Im Zuge der Corona-Pandemie und nachfolgenden Produktionsengpässen war der Gebrauchtwagenabsatz von 7,2 Millionen Einheiten im Jahr 2019 auf 5,64 Millionen Einheiten im Jahr 2022 geschrumpft. Seither ist das Marktvolumen wieder um 800.000 Einheiten gewachsen – bleibt aber noch deutlich hinter dem Vorkrisenniveau zurück.

Die Entwicklung in Deutschland geht damit zwar klar aufwärts, steht aber in einem europäischen Kontext. Laut der Onlineplattform Autoscout 24 habe der gesamte europäische Gebrauchtwagenmarkt im Jahr 2024 an Dynamik gewonnen. Die Nachfrage sei im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent gestiegen, das Angebot habe im gleichen Zeitraum um 5 Prozent zugelegt, meldet die Börse auf Basis einer Analyse der eigenen Daten. Allerdings ist die Nachfrage-Dynamik in Deutschland mit einem Plus von 12 Prozent in den von Autoscout 24 beobachteten Kernmärkten am schwächsten.

Preise und Standzeiten sinken

Zudem geht die höhere Nachfrage nicht mit einem Preisanstieg einher, sondern mit einem Rückgang der durchschnittlichen Angebotspreise. Diese gaben laut der Plattform im Jahresverlauf um 6 Prozent nach. Das allerdings nicht überall: In Luxemburg, wo das Gebrauchtwagen-Preisniveau am höchsten ist, stieg der Durchschnittswert um 3 Prozent auf 37.860 Euro (in Deutschland: 26.942 Euro). Laut Stefan Schneck, Vertriebschef Deutschland bei Autoscout 24, hat sich der Gebrauchtwagenmarkt 2024 inzwischen weitgehend normalisiert. „Das bringt Stabilität und macht den Markt wieder berechenbarer“, sagte Schneck.

Naturgemäß sind die Angaben der verschiedenen Autobörsen nicht vollständig repräsentativ für den Gesamtmarkt. Mobile.de etwa weist für das zurückliegende Jahr auf seiner Plattform einen um 0,1 Prozent gesunkenen Durchschnittspreis von 32.837 Euro aus. Zudem seien die Standzeiten weiter rückläufig. Exakte Werte nannte Mobile.de allerdings nicht.

Wechselspiele in allen Fahrzeugklassen

Nicht nur gebrauchte Pkw waren im vergangenen Jahr gefragt, die Umschreibungen gingen in allen Fahrzeugklassen nach oben. Lkw wechselten laut den Auswertungen des KBA in 424.537 Fällen den Halter. Busse wurden 5.621 Mal umgeschrieben (+9,3 %). Bei den Zugmaschinen beträgt das Plus immerhin noch 3,8 Prozent (130.482 Einheiten). Dazu kommen 468.626 Halterwechsel bei Krafträdern (+2,2 %).

(ID:50275811)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung